Politik : Internationale Irak-Truppe

Britisches Kommando im Süden / Polnische Soldaten unterwegs

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London/Berlin (tro/rvr/dpa). Großbritannien wird nach einem Bericht des „Guardian“ eine multinationale Friedenstruppe im Südirak anführen. Sie werde aus mehr als 16 000 Soldaten bestehen, berichtete die britische Zeitung am Mittwoch. Dazu würden die 11 000 Briten gehören, die bereits im Südirak stationiert sind.

Die übrigen gut 5000 Soldaten würden aus Dänemark, der Tschechischen Republik, den Niederlanden, Italien, Norwegen, Portugal, Rumänien, Neuseeland und Litauen kommen. Dies werde die Regierung voraussichtlich noch in dieser Woche im Unterhaus ankündigen. Die USA und Großbritannien räumten mit diesem Schritt indirekt ein, dass sie mehr Soldaten bräuchten, um Sicherheit und Ordnung im Irak zu gewährleisten, hieß es.

Unterdessen begann am Mittwoch in Breslau der Transport der polnischen Truppen in den Irak. Vor dem Abflug eines ersten Vorauskommandos von 250 Soldaten sprach Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski in Warschau von einer „gefährlichen Herausforderung“. Der Risiken der „Stabilisierungsmission“ sei sich die Regierung bewusst: „Wir sind bereit, das Risiko auf uns zu nehmen – und werden alles tun, um es auf ein Minimum zu reduzieren.“ Die Attacken auf amerikanische und britische Soldaten im Irak würden sorgfältig analysiert. Der Bevölkerung im Irak müsse deutlich gemacht werden, dass es sich um eine „friedliche Mission“ handle: „Wir tun alles, damit die Iraker verstehen, dass wir ihnen helfen wollen“, sagte Szmajdzinski.

Polen wird mit 2300 Soldaten die meisten einer multilateralen Truppe, die 9200 Mann umfassen soll, in der zentralirakischen Besatzungszone stellen. Von der Mongolei bis Nicaragua wollen sich derzeit 15 Nationen mit der Entsendung von Soldaten an der Mission beteiligen, fünf weitere haben die Abstellung von Stabsoffizieren angekündigt. Neben Polen sind die Ukraine mit 1800 und Spanien mit 1300 Soldaten die größten Truppensteller im Zentralirak. Bis Mitte August soll der Truppentransport abgeschlossen sein, Polen am 1. September offiziell die Militärverwaltung der ihm von den USA angetragenen Zone übernehmen.

Unterdessen hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin zu den Überlegungen amerikanischer Politiker, auch bislang nicht beteiligte Länder wie Frankreich oder auch Deutschland zu einem Engagement im Irak aufzufordern, dass weder formell noch informell eine Anfrage der USRegierung vorliege.

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