Politik : Internetaffäre: JU-Funktionär tritt zurück

Berlin - Nachdem er wegen seiner Teilnahme an zwielichtigen Internetforen in die Kritik geraten war, hat der stellvertretende Vorsitzende des hessischen Landesverbandes der Jungen Union Thomas Müller sein Amt niedergelegt. Er wolle damit „weitere Belastungen von der Jungen Union und von meiner Person fernhalten“, erklärte der 25-Jährige am Sonntagabend den Rücktritt. Zuvor war Müller bereits als Geschäftsführer des CDU- Kreisverbandes Schwalm-Eder suspendiert worden. Am Montag teilte der CDUKreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert mit, dass das Arbeitsverhältnis inzwischen „in beiderseitigem Einvernehmen“ beendet worden sei.

Müller hatte sich im Internetportal Studi-VZ in Mitgliedergruppen wie „Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten“ oder „Brot für die Welt – Fleisch für mich“ getummelt. Der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) sagte Müller, er habe diese und andere Sätze wie „Krieg ist Scheiße, aber der Sound ist geil“ für einen Spaß gehalten. Ein Ausbilder bei der Bundeswehr habe diesen Satz geprägt. Von der starken öffentlichen Reaktion sei er „wie vor den Kopf geschlagen“.

Müller hatte die Stelle als CDU-Kreisgeschäftsführer erst Anfang April angetreten. Das Verhalten des 25-Jährigen habe „nichts mit politischem Verantwortungsbewusstsein zu tun. Das ist einfach nur schwachsinnig“, sagte Kreisvorsitzender Siebert, der verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion ist, der HNA. sc

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