Interview : Merkel rügt Unions-Ministerpräsidenten

Kanzlerin Merkel hat die Länderchefs aus der Union dazu aufgerufen, nicht nur ihre Einzelinteressen zu vertreten. Der eigene Vorteil dürfe nicht der Nachteil des anderen sein, mahnte Merkel.

München - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Unions-Ministerpräsidenten mit Nachdruck zur Geschlossenheit aufgerufen. Es sei zwar selbstverständlich, dass diese die Interessen der Länder verträten, sagte sie der Zeitschrift "Bunte". "Aber ich sage auch deutlich: die Interessen Deutschlands sind mehr als die Summe der Einzelinteressen." Für alle politischen Verantwortungsträger, auch die Ministerpräsidenten, müsse gelten: "Nur wenn uns immer das Motiv antreibt, dass der eigene Vorteil nicht der Nachteil des anderen wird, sondern der Gewinn für das Ganze, das Wohl des ganzen Landes, kann Politik gelingen."

Die Menschen wollten "nicht zu oft hören, dieses geht nicht und jenes geht nicht", sagte Merkel. Sie erwarteten vielmehr eine positive Haltung. "Daran muss gearbeitet werden, bei allem Verständnis für die Einzelinteressen in unserer Gesellschaft." Insgesamt müsse ein Stück mehr Gelassenheit in die Debatte eingebracht werden. "Manchmal halten wir uns in der öffentlichen Diskussion mit Nebensächlichkeiten auf und verlieren das große Ganze aus den Augen." Ihr Ansinnen sei es zudem, "nicht bei jedem Konflikt noch ein neues Fass aufzumachen". (tso/AFP)

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