Politik : Interview mit Atomexpertin Ochse zum Thema Sellafield

Wie sollten die deutschen Akw-Betreiber auf die Ma

Susanne Ochse ist Energieexpertin bei Greenpeace. Lars von Törne befragte sie.

Wie sollten die deutschen Akw-Betreiber auf die Manipulation von Sicherheitsdokumenten für Brennelemente in der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield reagieren?

Die deutschen Betreiber dürfen keine Geschäfte mehr mit dem Sellafield-Betreiber BNFL machen. Wir fordern die zuständigen Minister Jürgen Trittin und Wolfgang Jüttner auf, die Verarbeitung von Brennelementen dort nicht mehr zuzulassen. Die Firma ist nicht zuverlässig. Außerdem fordern wir, dass alle Daten über die Mox-Brennelemente auf den Tisch kommen. Es ist noch lange nicht aufgeklärt, welche Daten in welchem Umfang gefälscht wurden.

Wie sollen abgebrannte Brennstäbe aus Deutschland denn künftig entsorgt werden?

Wir lehnen die Wiederaufarbeitung generell ab. Die Brennelemente müssen in den Abklingbecken der Reaktoren bleiben. Und wenn die voll sind, nach ungefähr fünf Jahren, müssen die Reaktoren vom Netz. Wir können die Atommüllmenge nicht immer weiter anwachsen lassen, ohne dass man weiß, ob man das überhaupt endlagern kann. Die Entsorgungsfrage ist nach wie vor ungelöst. Deswegen müssen die Atomkraftwerke zügiger vom Netz als jetzt geplant.

Der Betreiber von Sellafield, BNFL, betont, dass die Manipulation der Sicherheitsdokumente nur ein bedauernswerter Einzelfall sei.

Das ist ein durchsichtiges Verteidigungsmanöver. In England kommen fast täglich neue Meldungen über Sicherheitsverstöße in BNFL-Anlagen ans Licht.

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