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Interview mit David McAllister : "Im Wahlkampf kämpft jede Partei für sich alleine"

15.12.2012 22:21 Uhrvon und
Seine Partei mag doppelte Staatsbürgerschaften nicht. Aber dem Sohn eines schottischen Ex-Soldaten, geboren 1971 in der Vier-Mächte-Stadt, standen zwei Pässe nun mal einfach zu. In Bad Bederkesa im Landkreis Cuxhaven lebt er seit dem elften Lebensjahr. Christian Wulff holte sich den Jung-Abgeordneten 2002 als Generalsekretär. Wulff baute McAllister danach zum Nachfolger auf: erst Fraktions-, dann zusätzlich Parteichef. Mit seinem Freund Philipp Rösler hatte er sich verschworen, zum politischen Berlin Distanz zu halten. Aber in der CDU seiner Generation sind Talente rar. Wenn Angela Merkels Zeit zu Ende geht, könnte der hochgewachsene Kerl aus der Provinz rasch zum Hoffnungsträger avancieren.Bild vergrößern
Seine Partei mag doppelte Staatsbürgerschaften nicht. Aber dem Sohn eines schottischen Ex-Soldaten, geboren 1971 in der Vier-Mächte-Stadt, standen zwei Pässe nun mal einfach zu. In... - Foto: Mike Wolff

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister über die Chancen von Schwarz-Gelb im Januar, einheitliche Lohnuntergrenzen und seinen Freund Philipp Rösler.

Herr McAllister, Sie kennen den FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler seit langem. Wie eng ist der Kontakt heute noch?

Philipp Rösler und ich waren viele Jahre zeitgleich Fraktionsvorsitzende in einer erfolgreichen Koalition in Niedersachsen. Wir haben uns jeden Dienstag früh im Koalitionsausschuss getroffen. Das schafft eine persönliche Verbindung, die bis heute hält. Unser Kontakt ist jetzt aufgrund unserer unterschiedlichen Aufgaben natürlich nicht mehr so eng. Aber eine SMS haben wir zuletzt am Donnerstagabend ausgetauscht.

Hat Berlin Ihren Freund verändert?

Man kann den politischen Betrieb im Bund und in einem Bundesland nur bedingt vergleichen.

In Berlin Politik zu machen, ist komplizierter und härter. Das prägt auch die Menschen. Vor allen, die wie Philipp Rösler in Berlin Verantwortung übernehmen, habe ich großen Respekt, und ich maße mir aus Hannover keine Ratschläge an.

Glaubt man den Meinungsumfragen der letzten Monate, dann wird die FDP am 20. Januar nicht in den Landtag einziehen und Ihnen damit die Chance nehmen, Ministerpräsident zu bleiben.

Diese Einschätzung teile ich nicht. Umfragen spiegeln nur aktuelle Stimmungen und sagen noch nichts über das tatsächliche Wahlverhalten in fünf Wochen. Die Umfragen in Niedersachsen belegen: Die CDU ist eindeutig die stärkste politische Kraft. Es gibt keine Wechselstimmung im Land. Die Menschen sind zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung. Mein Ziel ist es, die CDU in Niedersachsen mit deutlichem Abstand zur SPD zur stärksten Fraktion im Landtag zu machen. Die FDP kann und wird den Sprung in den Landtag schaffen. Da bin ich mir sicher.

Könnten Sie Ihrem Partner dabei nicht ein bisschen unter die Arme greifen?

CDU und FDP sind politische Partner. Im Wahlkampf kämpft gleichwohl jede Partei für sich alleine. Das war so, das ist so und das wird auch so bleiben.

Was bedeutet es eigentlich, Testwahlkämpfer für die Kanzlerin zu sein?

Das betrachte ich eher nüchtern. Natürlich spielt in einem Superwahljahr in einem Flächenland wie Niedersachsen die Bundespolitik eine Rolle. Aber am Ende interessiert die Menschen eben doch, was vor ihrer Haustür geschieht. Angela Merkel genießt bei den Menschen hohes Ansehen. Sie gibt uns Rückenwind. Es steht viel auf dem Spiel am 20. Januar. Deshalb wird die gesamte CDU mit uns zwischen Ems und Elbe kämpfen. Und Horst Seehofer wird auch dabei sein.

Keine Sorge, dass er da plötzlich über Ihre charakterlichen Schwächen spottet?

Ich komme mit Horst Seehofer gut klar. Man kann sehr viel von ihm lernen.

Was denn so zum Beispiel?

Er ist Ministerpräsident einer christlich-liberalen Koalition in einem großen Flächenland. Wenn wir uns in Berlin treffen, sprechen wir über die gleichen Themen. Und weil Horst Seehofer sehr viel Erfahrung hat, sind solche Gespräche für mich immer von großem Gewinn. Er ist mit seinem trockenen Humor und seiner feinsinnigen Ironie ein belebendes Element in der deutschen Politik.

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