Politik : Interview mit dem künftigen Wirtschaftsminister Fürniß

Herr Fürniß[Sie waren Generalbevollm&a]

Herr Fürniß, Sie waren Generalbevollmächtigter eines internationalen Unternehmens. Warum gehen Sie in die märkische Provinz?

Ich habe verschiedene Erfahrungen gesammelt. Ich war über zehn Jahre in der badenwürttembergischen Ministerialverwaltung tätig. Dann auf kommunaler Ebene als Oberbürgermeister in Wiesloch. Zuletzt acht Jahre bei SAP, also in der Industrie. Jetzt möchte ich diese Erfahrungen in einer Aufgabe zusammenführen, die in der Hauptstadt-Region besonders reizvoll ist.

Sie verdienten als Manager mehr Geld. Was reizt Sie am Ministerjob?

Die Strukturen in Brandenburg sind noch nicht so festgezurrt wie nach fünf Jahrzehnten in den alten Ländern. Und dort, wo Strukturen noch nicht festgezurrt sind, lassen sich Innovationen leichter realisieren, lässt sich Aufbruchstimmung besser durchsetzen.

Sie kennen das Land nicht. Ein Nachteil?

Es ist richtig, dass ich keine Landeskenntnis habe. Ich muss mir ein Bild von Brandenburg machen, die Strukturen anschauen, gut zuhören - und dann zu Urteilen kommen. Aber es ist auch ein Vorteil, wenn man unbelastet an eine solche Aufgabe herangeht.

Stört es Sie, wenn manche Leute Sie als "Verlierer" bezeichnen, weil sie die Oberbürgermeister-Wahl in Heidelberg verloren haben?

Die Wahl habe ich verloren, weil das bürgerliche Lager zwei Kandidaten gegen eine sehr populäre SPD-Amtsinhaberin ins Rennen geschickt hat. Das konnte nicht gutgehen. Bei dieser Kandidatur habe ich mich in die Pflicht nehmen lassen. Bei einer demokratischen Wahl ist der Ausgang immer offen.

Welche inhaltlichen Akzente wollen Sie als künftiger Wirtschaftsminister setzen?

Ich möchte dazu beitragen, dass der Standort Brandenburg attraktiv bleibt. Und dass er dort, wo er es noch nicht ist, attraktiver wird. Ich möchte dazu beitragen, dass die Chancen für junge Leute im Land besser werden. Ich möchte mithelfen, dass durch eine aktive unternehmerische Tätigkeit Arbeitsplätze geschaffen werden.

Hat die märkische Streusandbüchse Brandenburg die Chance, ein Standort für Hochtechnologie und Medien zu werden?

Diese Chance sehe ich. Beide Technologien gehören zu den Zukunftstechnologien. Es gibt im Medienbereich bereits spannende Entwicklungen in Brandenburg. Auch bei der Hochtechnologie gibt es einen bemerkenswerten Ansatz durch das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Diese Ansätze können sicher ausgebaut werden.

Werden Sie mit Ihrer Familie nach Brandenburg umziehen?

Meine Frau und ich werden in die Nähe von Potsdam ziehen, nicht nach Berlin.Mit Wolfgang Fürniß sprach Thorsten Metzner.

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