INTERVIEW MIT PRÄSIDENT LOBO : "Die Wahlen sind Teil der Lösung"

Was ist aus Ihrer Sicht demokratisch korrekt: dass Ihnen im Januar der gestürzte Präsident Zelaya das Amt übergibt oder Putschpräsident Micheletti?



Streng genommen ist das nicht mein Problem. Ich bin von der oppositionellen Nationalen Partei, die beiden Streithähne Micheletti und Zelaya gehören der Liberalen Partei an. Beide haben in einem Kompromisspapier vereinbart, dass sie sich dem Kongress unterwerfen, der am 2. Dezember über die Wiedereinsetzung Zelayas beraten wird. Ich werde mich dem Votum des Kongresses beugen.

Einige Länder haben bereits angekündigt, dass sie diese Wahl auf keinen Fall anerkennen werden. Wie werden Sie das handhaben?

Da gibt es ein Missverständnis, denn die Wahlen wurden schon lange vor dem Sturz Zelayas anberaumt, und es handelt sich um einen Prozess, der nicht von der Regierung, sondern vom Wahlgericht und den Parteien organisiert wird. Uns interessiert es sehr, zur internationalen Gemeinschaft wieder gute Beziehungen zu unterhalten. Die Wahlen sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.

Was werden Ihre ersten Amtshandlungen sein?


Im Dezember werde ich mit Vertretern aller wichtigen Kräfte des Landes einen großen nationalen Dialog organisieren. Auch mit Zelaya. Ich bin der Meinung, dass die Verfassung geändert werden muss, aber das ist nicht prioritär. Wichtiger ist, Honduras wieder in die internationale Gemeinschaft einzugliedern und die Wirtschaftskrise und die Kriminalität zu bekämpfen.


Porfirio Lobo ist neu gewählter Präsident von Honduras. Der konservative 61-jährige Großgrundbesitzer will einen nationalen Dialog einleiten. Mit ihm sprach Sandra Weiss.

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