INTERVIEW : „Rot-Rot wurde nicht gewollt“

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Ist die Fortsetzung des schwarz-roten Regierungsbündnisses in Sachsen-Anhalt alternativlos?

Alternativlos nicht, aber höchst wahrscheinlich. Das Argument Kontinuität, das im Wahlkampf eine wichtige Rolle gespielt hat, ist vom Wähler bestätigt worden. So spricht vieles dafür, dass es mit dieser Konstellation weitergeht.

Die Linkspartei hat die SPD überflügelt, reklamiert das Amt des Regierungschefs in einem rot-roten Bündnis für sich. Sollte sich die SPD auf Gespräche dazu einlassen?

Sprechen kann man immer. Die klare Aussage, dass die SPD keinen linken Ministerpräsidenten wählen wird, steht aber meiner Ansicht nach. Die klare Aussage von Herrn Gallert, auf den Posten nicht zu verzichten, ist ebenfalls höchst wahrscheinlich.

Hat die Festlegung des SPD-Spitzenkandidaten Jens Bullerjahn, keinen linken Ministerpräsidenten zu wählen, der Partei im Wahlkampf geschadet?

Ich sage es umgekehrt: Dass meine Partei zwar die Wahl eines linken Ministerpräsidenten ausgeschlossen hat, nicht aber ein rot-rotes Regierungsbündnis mit der SPD als stärkerer Kraft, hat ihr nicht genutzt. Rot-Rot wurde in Sachsen-Anhalt mehrheitlich nicht gewollt.

SPD und Grüne haben zusammen mehr Sitze im Parlament als die Linkspartei. Kann das bei Gesprächen über eine Regierungsbildung noch eine Rolle spielen?

Das denke ich nicht. Auch beim Magdeburger Modell, der SPD-geführten Minderheitsregierung, war immer Voraussetzung, dass die SPD stärker gewesen ist als die PDS, die diese Regierung von 1994 bis 2002 geduldet hat.

Die Linkspartei hat sich also zu Tode gesiegt?

Angesichts der Tatsache, dass keiner einen linken Ministerpräsidenten wählen will, ist das wohl so.

Reinhard Höppner (62) war von 1994 bis 2002 mit einer SPD- geführten Minderheitsregierung Ministerpräsident von Sachsen- Anhalt. Mit ihm sprach Matthias Meisner.

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