Exklusiv

Interview : Sarrazin dachte an Rücktritt

Im Interview mit dem Tagesspiegel spricht Thilo Sarrazin über seine Rücktrittsgedanken, über viele zustimmende Emails und darüber, dass er Anwälte in Sachen seiner Abberufung eingeschaltet hat.

Ein Jahr ist es her, dass Thilo Sarrazins Buch in den Läden stapelweise auslag. Die Debatte über seine Thesen ist noch nicht beendet.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
21.01.2011 18:02Ein Jahr ist es her, dass Thilo Sarrazins Buch in den Läden stapelweise auslag. Die Debatte über seine Thesen ist noch nicht...

Waren Sie gestern bei der Sitzung der Bundesbank dabei?

Kein Kommentar.

Haben Sie mit den Konsequenzen gerechnet?

Kein Kommentar.

Haben Sie selbst an Rücktritt gedacht?

Ich habe von Dienstag bis Donnerstagmorgen geschwankt. Der gewaltige Zuspruch war für mich aber Zeichen genug, dass ich nicht nur an meine Bequemlichkeit denken durfte.

Fühlen Sie sich unverstanden?

Ich habe den Eindruck nach den vielen Emails und Zuschriften, dass mich 90 Prozent der Bevölkerung genau verstanden haben. Wenn man Umfragen verfolgt, sind das zwei Drittel, die mich verstanden haben. Diejenigen, die mich bekämpfen, haben mich vielleicht auch verstanden.

Was macht ein Banker bei der Bundesbank ohne Aufgaben?

Ich antworte nicht auf Bundesbank-Interna. Aber sicherlich kann man davon ausgehen, dass ich so lange ich in meinem Büro bin, immer beschäftigt bin. Ich habe als Finanzsenator auch schon immer gerne Folien gemacht.

Werden Sie gegen Ihre Abberufung klagen und gegen wen?

Ich habe anwaltliche Beratung zu all diesen Fragen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Was sagen Sie zu den Äußerungen von Bundespräsident Christian Wulff?

Ich habe keinen Anlass das Verhalten von Verfahrensbeteiligten gegenwärtig zu kommentieren.

Gegen Sie laufen mehrere Parteiordnungsverfahren. Was erwarten Sie? Werden Sie dagegen klagen?

Ich habe vor, das SPD-Parteibuch mit ins Grab zu nehmen.

Hätten Sie gedacht, dass Ihr Buch so ein Erfolg wird?

Ich hatte schon gehofft, dass es Beachtung findet.

Haben Sie die Positionen aus Überzeugung vertreten oder um die Auflagenzahlen ihres Buches zu steigern?

Es ist beim besten Willen kein taktisches Buch.

Das Gespräch führte Sabine Beikler.

134 Kommentare

Neuester Kommentar