• "Intrige mit kriminellem Element" - Auszüge aus den Äußerungen des scheidenden CDU-Chefs

Politik : "Intrige mit kriminellem Element" - Auszüge aus den Äußerungen des scheidenden CDU-Chefs

Auszüge aus der Phoenix-Dokumentation, in der sich der scheidende CDU-Chef Wolfgang Schäuble über die Umstände seines Rücktritts äußert. Die Sendung wird am Donnerstag um 21 Uhr ausgestrahlt

"Da wurde ein unglaubliches Spiel gespielt, was eigentlich nur mit diesem unseligen Herrn Pfeiffer aus der Barschel-Engholm-Geschichte zu vergleichen ist ...

Heute höre ich, dass noch immer telefoniert werde, es gäbe da Weiteres aus Kanada. Und die Gespräche werden nicht aus Kanada geführt. Sondern sie werden aus diesem Gebäude heraus geführt (Schäuble blickt laut Phoenix beim Interview nach oben, in Richtung von Helmut Kohls Büro). Und da muss ich sagen, das war schon eine ziemlich ordentliche Intrige - ich sage, mit kriminellen Elementen.

Das Maß, wie hier gelogen wird, wie mit Falschaussagen und Unterstellungen operiert wird, wie immer neue Fährten aus dem Handbuch der konspirativen Desinformation getrieben werden, das war ein Kampf zur Vernichtung mindestens einer Person. Der war aber nun Vorsitzender der CDU Deutschlands und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Also ist der Begriff Machtkampf dann doch nicht völlig unangemessen ... Ich hoffe, dass irgendwann die Wahrheit auf den Tisch kommt. Warum gelogen worden ist, dass sich die Balken biegen ...

Schlechtes Krisenmanagement - das ist wie die Ausrede, an mangelndem politischen Erfolg sei der Pressesprecher schuld, weil er schlecht verkauft. Das ist die wohl feilste Ausrede. Nein, da hat sich ein Prozess der Selbstzerstörung vollzogen, der tragische Ausmaße hat ...

Unmittelbar vor der Debatte (bei der Schäuble eine unvollständige Aussage zu Kontakten mit Karlheinz Schreiber machte) berichtete mir Frau Merkel, dass ein Protokoll der Vernehmung von Herrn Weyrauch ... nicht dem Bundesgeschäftsführer Hausmann und uns zur Kenntnis gegeben worden war, sondern unserem Ehrenvorsitzenden - was ein in dieser Situation ziemlich unerträglicher Vorgang war... Ein paar Minuten später rief mich der Ehrenvorsitzende an, um mir zu erzählen, er hätte mir schon gestern Abend dieses Protokoll geben wollen, das er von Herrn Terlinden angefordert habe, damit er, Kohl, es mir geben könne. Ich habe ihm gesagt, er solle seine Märchen jemand anders erzählen."

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