Invasion : Komoren-Insel unter Kontrolle

Einen Tag nach der Militärintervention auf den Komoren im Indischen Ozean steht die zuvor abtrünnige Insel Nzwani wieder unter Kontrolle der Zentralregierung.

JohannesburgDie gemeinsame Landungsaktion von Soldaten der Afrikanischen Union (AU) und Regierungstruppen sei mit Ausnahme von zwei Verletzten unblutig verlaufen, erklärte Regierungssprecher Abdurahim Said Bacar am Mittwoch. Die Bevölkerung habe positiv auf die Invasion reagiert. Vereinzelt gab es Plünderungen. Eine Übergangsregierung solle nun den Weg für Neuwahlen ebnen.

Unterdessen suchen die Soldaten noch immer nach dem selbst ernannten Insel-Präsidenten Mohammad Bacar. Er hatte sich 2001 an die Macht geputscht und ein Jahr später durch eine umstrittene Wahl zum Präsidenten küren lassen. Nach Ansetzung eines erneuten Wahlgangs 2007 - wieder überschattet von Manipulationsvorwürfen - sowie einer einseitig von Mohammad Bacar erklärten Amtsverlängerung sah die Zentralregierung ihre Autorität infrage gestellt.

Suche  nach Insel-Präsident geht weiter

Nachdem monatelange Verhandlungen ergebnislos geblieben waren, hatte die AU auf einer Sondersitzung in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine Militärintervention beschlossen. Südafrika kritisierte die Anwendung von Gewalt, stimmte aber nicht dagegen. Bacar drohe nach seiner Festnahme ein Prozess, erklärte der Regierungssprecher.

Die vor Ostafrika gelegenen Komoren bilden eine Union und umfassen drei der vier Hauptinseln des Archipels. Seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1975 wurde dort bereits mindestens 20 Mal geputscht. Die vierte Insel, Mayotte, gehört zur Ex-Kolonialmacht Frankreich. (dm/dpa)

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