Politik : IRA-naher Politiker fordert Ende des bewaffneten Kampfes

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Dublin Zum Auftakt des britischen Wahlkampfes um die 18 nordirischen Unterhaus-Sitze hat der Präsident der IRA- nahen Sinn-Fein-Partei, Gerry Adams, am Mittwoch in Belfast eine Grundsatzrede gehalten. Darin ruft Adams die IRA direkt dazu auf, den bewaffneten Kampf einzustellen und gemeinsam mit Sinn Fein den politischen Weg einzuschlagen.

Die Initiative von Adams verlangt erstmals eine einseitige Vorleistung der IRA. Bei der letzten, erfolglosen Verhandlungsrunde im vergangenen Dezember hatte die IRA ihren Abgang versprochen, allerdings nur im Kontext einer umfassenden Friedensvereinbarung. Seit dem riesigen Bankraub vom Dezember und dem Mord am Katholiken Robert McCartney im Januar – beide Verbrechen werden der IRA angelastet – ist Sinn Fein unter enormen Druck geraten und politisch isoliert worden. In diesem Kontext erscheint die Initiative von Gerry Adams als Versuch, die Hoffnungen der nordirischen Wähler auf einen positiven Ausgang des Friedensprojektes zu nähren. Erst die Reaktion der IRA wird Aufschluss über die Glaubwürdigkeit des Vorstoßes geben. Die britische und die irische Regierung reagierten vorsichtig positiv auf Adams’ Rede. ali

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