Irak : 18 Kinder beim Fußballspielen getötet

In der westirakischen Stadt Ramadi sind 18 Kinder beim Fußballspielen durch eine Autobombe getötet worden; weitere 20 sind verletzt. Auch in Bagdad detonierten mehrere Bomben.

Bagdad - Die Kinder im Alter zwischen zehn und 15 Jahren spielten nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf dem Fußballplatz, als der Sprengsatz in der Nähe explodierte. 20 weitere Kinder wurden verletzt. Erst am Montag waren in Ramadi 15 Menschen bei einem Attentat getötet worden, für das das Terrornetzwerk Al Qaida verantwortlich gemacht wird. Aufgrund der Verschlechterung der Sicherheitslage stellt die deutsche Hilfsorganisation Help ihre Projekte im Irak ein.

Ramadi liegt in der Unruheprovinz Al Anbar, einer Hochburg des Widerstands gegen die US-Truppen. Gleichzeitig bekämpfen sich dort rivalisierende sunnitische Gruppen. Am Samstag waren bei einem Anschlag auf die sunnitische Moschee in Habbanija bei Ramadi 56 Menschen getötet worden. Auch dafür machte die Regierung das Terrornetzwerk Al Qaida verantwortlich. Im Herbst hatten einflussreiche sunnitische Scheichs in Al Anbar eine Offensive gegen aus- und inländische Unterstützer des Terrornetzwerks gestartet. Die Anschlagserie der vergangenen Tage wird als Reaktion darauf gewertet.

Mehrere Anschläge erschüttern Bagdad

In Bagdad starben am Dienstag bei einem Autobombenanschlag im mehrheitlich schiitischen Viertel Karrada nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwei Menschen, sieben wurden verletzt. Bei einem zweiten Anschlag in dem Viertel auf den Konvoi einer wichtigen Persönlichkeit starben fünf Passanten; der Konvoi selbst wurde nicht getroffen. In weiteren Stadtvierteln wurden bei Bombenanschlägen und durch Beschuss mit Mörsergranaten mindestens zwölf Menschen getötet, darunter drei US-Soldaten. Im nordirakischen Mossul kamen bei einem Anschlag mindestens sechs Polizisten ums Leben.

Die Hilfsorganisation Help kündigte aufgrund der Sicherheitslage an, am Mittwoch ihre Hilfsprojekte im Irak einzustellen. Betroffen sind Projekte zur Minenräumung und Wasserversorgung. Nach Angaben der Organisation wurden die Help-Projekte im Irak nach dem Abzug der internationalen Mitarbeiter im September 2004 ausschließlich von irakischen Mitarbeitern betreut. "Wir bedauern sehr, dass wir dem irakischen Volk nicht weiter bei der Bewältigung seiner schwierigen Situation helfen können und unsere irakischen Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen entlassen müssen," sagte Help-Geschäftsführer Wolfgang Nierwetberg in Bonn.

Um die prekäre Sicherheitslage soll es auch in einer internationalen Konferenz gehen, zu der die irakische Regierung die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates und alle Nachbarländer einlud. Nach Angaben eines Regierungsberaters sollen auch Iran und Syrien teilnehmen. (tso/AFP)

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