Politik : Irak: 29 Tote bei zwei Anschlägen

Tikrit - Bei zwei Selbstmordanschlägen sind im Irak am Dienstag mindestens 29 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Beide Attentate richteten sich nach Angaben der irakischen Sicherheitskräfte gegen sunnitische Milizen, die im Antiterrorkampf mit den US-Truppen zusammenarbeiten. Allein 25 Menschen seien bei einem Anschlag auf einen gemeinsamen Kontrollpunkt von irakischer Armee und sunnitischen Milizen nahe der nordirakischen Stadt Baidschi ums Leben gekommen, 85 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Nach US-Angaben waren zwei Attentäter mit ihrem Auto in einen mit Gasflaschen beladenen Lastwagen gerast.

Die Behörden verhängten nach dem Anschlag eine Ausgangssperre über Baidschi, das 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad in der mehrheitlich von Sunniten bewohnten Provinz Salaheddin liegt. Nach Berichten des Fernsehens enthob das irakische Innenministerium den örtlichen Polizeichef unmittelbar nach dem Attentat seines Amtes. In der Gegend liegt eine wichtige Ölraffinerie, die Treibstoff in den ganzen Irak liefert.

Kurz nach dem Anschlag von Baidschi riss ein Selbstmordattentäter in Bakuba in der Provinz Didschala, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, mehrere Mitglieder einer sunnitischen Miliz mit in den Tod. Der Attentäter schlug während einer Trauerfeier für zwei versehentlich von US-Truppen getötete Milizionäre zu. Unter den Todesopfern – vier nach ärztlichen, zehn nach US-Angaben – war auch der Provinzchef der Sunnitenmiliz. Sunnitische Aufständische leisteten lange gewaltsam Widerstand gegen die US- Truppen im Irak und gegen die von Schiiten dominierte Regierung in Bagdad. Inzwischen kämpfen zahlreiche sunnitische Stämme an der Seite der US-Truppen gegen das Terrornetzwerk Al Qaida.

Die US-Truppen töteten unterdessen nach eigenen Angaben bei Militäreinsätzen am Montag und am Dienstag im Zentrum und im Norden des Irak „13 Terroristen“ und nahmen Dutzende weitere Verdächtige fest. Außerdem teilte die US-Armee am Mittwoch mit, einen Anfang November getöteten Aufständischen als führendes Mitglied des irakischen Al-Qaida-Ablegers identifiziert zu haben. AFP

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