Irak : Al-Qaida droht mit neuen Anschlägen

Die Terrororganisation al-Qaida hat sich zu der jüngsten Bombenserie in Bagdad mit mehr als 100 Toten bekannt. Die Extremisten drohen: Es gibt noch mehr Angriffsziele.

In einer auf Islamisten-Websites veröffentlichten Erklärung heißt es: "Die Liste der Angriffsziele ist noch nicht zu Ende, so Gott will." Die Authentizität der Erklärung ist jedoch nicht bestätigt.

Die Terroristen bezeichnen die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki als schiitisch-iranisch. Mit ihrem Bombenterror wollen sie nach eigenem Bekunden diejenigen rächen, die "an einem der für Gott wichtigsten Tage am Galgen starben", was wahrscheinlich eine Anspielung auf die Hinrichtung von Ex-Diktator Saddam Hussein am Tag des islamischen Opferfestes 2006 sein soll.

Al-Maliki und mehrere seiner Minister waren für diesen Donnerstag ins Parlament bestellt worden, um den Abgeordneten zu erklären, wie es den Terroristen am vergangenen Dienstag gelingen konnte, trotz Straßensperren und Kontrollen vor öffentlichen Gebäuden in Bagdad fünf Autobomben zu zünden. Die Terroristen töteten nach inoffiziellen Angaben von Augenzeugen und Polizisten mehr als 130 Menschen. Rund 450 Iraker wurden verletzt.

US-Verteidigungsminister Robert Gates reiste am Donnerstag überraschend in die irakische Hauptstadt. Nach Angaben aus irakischen Regierungskreisen wollte er unter anderem mit Präsident Dschalal Talabani und al-Maliki über Strategien für eine Verbesserung der Sicherheitslage sprechen.

Die irakische Regierung macht neben al-Qaida auch sunnitische Anhänger für die Gewalt im Irak verantwortlich. Auch im August und Oktober waren bei Anschlägen bereits jeweils mehr als 100 Menschen getötet worden. Talabani und al-Maliki werfen vor allem Syrien vor, Al-Qaida-Kämpfer nach wie vor über die Grenze zu lassen und Drahtziehern der alten Baath-Partei Unterschlupf zu gewähren. Zudem besteht der Verdacht, dass die Attentäter Komplizen bei den Sicherheitskräften haben.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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