Irak : Anschlag auf Polizeiwache mit vielen Toten

Ein Bombenanschlag auf eine Polizeiwache im Norden des Irak hat mindestens zehn Menschen das Leben gekostet. Der Prozess gegen "Chemie-Ali" wurde unterdessen verschoben.

Bagdad/TikritExtremisten haben in der nordirakischen Stadt Tikrit eine Polizeistation in die Luft gesprengt. Zunächst wurden laut Polizei zehn Leichen aus den Ruinen des zweistöckigen Gebäudes gezogen. 13 Menschen seien durch die Explosion des Sprengsatzes verletzt worden, der in einem Lastwagen versteckt gewesen sei, hieß es.

Das Sondertribunal für die Verbrechen des Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein verschob unterdessen die für diesen Sonntag geplante Verkündung der Urteile in dem Prozess wegen Völkermordes an den Kurden. Der staatliche Fernsehsender Al-Irakija meldete, das Gericht werde an diesem Sonntag lediglich den Termin für die Urteilsverkündung festlegen.

In dem Verfahren sitzen, nachdem der Hauptangeklagte Saddam Hussein Ende Dezember 2006 hingerichtet wurde, noch sechs frühere Funktionäre auf der Anklagebank. Zu ihnen gehört Saddams Cousin Ali Hassan al-Madschid. Er wird seit den Chemiewaffenattacken auf kurdische Dörfer "Chemie-Ali" genannt.

Die Angeklagten, für die der Staatsanwalt die Todesstrafe gefordert hat, waren alle an den Militäroperationen gegen die Kurden im Nordirak in den Jahren 1987 und 1988 beteiligt, der zwischen 50.000 und 180.000 Menschen zum Opfer gefallen waren.

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