Irak-Besuch : Bush spricht von Teilabzug

Bei seinem Überraschungsbesuch im Irak hat US-Präsident George W. Bush die Möglichkeit einer Truppenreduzierung angedeutet. Gleichzeitig lobte er die Erfolge der US-Truppen gegen Al Qaida.

Bush im Irak
US-Präsident George W. Bush spricht auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Al Asad mit General David Petraeus (2.v.l.). -Foto: AFP

WashingtonUS-Präsident George W. Bush betonte vor seiner Abreise aus dem Irak, für eine mögliche Verringerung der dort stationierten US-Truppen seien militärische und nicht politische Gesichtspunkte entscheidend. Eine derartige Entscheidung werde auf Grundlage einer "ruhigen Einschätzung unserer militärischen Befehlshaber" getroffen, sagte Bush vor US-Soldaten auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Al Asad in der westirakischen Provinz Al Anbar. Entscheidend seien die Bedingungen im Irak und "nicht die nervösen politischen Reaktionen in Washington auf Umfragen in den Medien". Für einen US-Abzug aus dem Irak bedürfe es einer "Position der Stärke und des Erfolgs und nicht der Schwäche und der Furcht", unterstrich Bush. In seiner Rede lobte der US-Präsident zudem die Erfolge der US-Truppen im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al Qaida in Al Anbar.

Zuvor hatte der US-Präsident angemerkt, dass das gleiche Maß an Sicherheit mit weniger Soldaten aufrechterhalten werden könne, wenn sich die derzeitigen Erfolge fortsetzen sollten. Bush nannte dabei weder einen Zeitpunkt für einen Abzug noch eine genaue Zahl. Zugleich nannte der Präsident die schleppenden Fortschritte im Irak frustrierend. Die US-Truppen hätten dabei geholfen, die Sicherheitslage zu verbessern. Jetzt sei es wichtig, dass die irakische Führung folge und es politische und wirtschaftliche Fortschritte gebe.

Spannung vor Petraeus-Bericht

Bush forderte die Mitglieder des US-Kongresses auf, erst auf den Bericht der Regierung über die Lage im Irak zu warten und noch keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Ab Montag kommender Woche müssen der US-Oberkommandierende im Irak, General David Petraeus, sowie US- Botschafter Ryan Crocker zu Anhörungen im Kongress erscheinen. Bis zum 15. September muss die Regierung dann ihren Irak-Bericht vorlegen. Davon hängt ab, ob es im Kongress weiterhin Unterstützung für die Fortsetzung der bisherigen Militärstrategie gibt.

Bush war am Montag zu einem Überraschungsbesuch auf der Al-Assad- Militärbasis der USA im Westirak eingetroffen, um Gespräche mit US- Kommandeuren, dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri Al-Maliki sowie Stammesscheichs zu führen. (mit dpa/AFP)

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