Irak : Blutbad unter Schiiten bei Wallfahrt

Kämpfe zwischen bewaffneten Schiiten haben bei einer Wallfahrt im Irak zu einem Blutbad geführt, bei dem mindestens 31 Menschen getötet wurden. Unter den zwei Millionen schiitischen Pilgern in der Stadt Kerbela brach Panik aus.

BagdadEs ist das erste Mal seit dem Sturz des Saddam-Regimes, dass nicht Anschläge sunnitischer Terroristen, sondern Kämpfe zwischen rivalisierenden Schiiten eine schiitische Wallfahrt überschatten.

Nach Angaben der Polizei in Kerbela starben die 31 Menschen bei Gefechten zwischen den Wächtern der heiligen Stätten der Pilgerstadt und bewaffneten Anhängern des radikalen Predigers Muktada al-Sadr. Mindestens 179 Menschen seien verletzt worden. Die Kämpfer beschossen sich nach Angaben von Augenzeugen mit Handfeuerwaffen und Mörsern.

Die Polizei verhängte am Nachmittag eine Ausgangssperre und forderte die Pilger, die in Kerbela den Jahrestag der Geburt des Imams Mohammed al-Mahdi begehen wollten, zum Verlassen der Innenstadt auf. An religiösen Feiertagen war es an den Wallfahrtstätten der Schiiten im Irak mehrfach zu Selbstmordanschlägen sunnitischer Terroristen gekommen. Dies hält die Gläubigen aber nicht davon ab, in großer Zahl nach Nadschaf und Kerbela zu strömen. Zwei Pilger wurden nach Polizeiangaben auf ihrem Rückweg von Kerbela nach Bagdad bei Iskanderija von mutmaßlichen sunnitischen Extremisten erschossen.

Selbstmordattentat in Moschee

Ein Selbstmordattentäter tötete in einer Moschee der westirakischen Stadt Falludscha zehn Menschen. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, der Attentäter habe am Montag nach dem Abendgebet in der Al-Rakieb-Moschee in einem Nebenraum einen Sprengstoffgürtel gezündet. 30 Menschen seien verletzt worden.

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki bemühte sich unterdessen, den nach Erfolgsmeldungen aus dem Irak suchenden US-Präsident George W. Bush zu beruhigen. Das Büro des Regierungschefs berichtete am Dienstag, Al-Maliki habe dem US-Präsidenten am Montagabend in einem Telefonat erklärt, in den nächsten Tagen seien in Bagdad "wichtige positive Entwicklungen" zu erwarten.

US-Truppen: Acht "Al-Qaida-Terroristen" getötet

Amerikanische und irakische Soldaten töteten unterdessen nördlich von Bagdad 33 Aufständische. Die US-Armee gab bekannt, mehrere Hundert Soldaten seien am Morgen in eine Ortschaft nahe der Stadt Chalis vorgerückt, um die von den dortigen Aufständischen gekappte Wasserversorgung der Stadt wiederherzustellen. "Das Wasser fließt wieder", erklärte das für die Provinz Dijala zuständige US-Militärkommando. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, bei einem Sprengstoffangriff seien gestern in Chalis vier irakische Soldaten ums Leben gekommen. Die US-Truppen töteten nach eigenen Angaben heute acht "Al-Qaida-Terroristen" und nahmen nahe der Stadt Tikrit einen Mann fest, der an zahlreichen Entführungen und Terroranschlägen beteiligt gewesen sein soll. (mit dpa/AFP)

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