Irak : Britischer Botschafter rechnet mit Teilung des Landes

William Patey, bislang Botschafter Großbritanniens im Irak, zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft des Landes. Ein Bürgerkrieg sowie ein Auseinanderbrechen sei wahrscheinlicher als eine Demokratisierung, so Patey.

London - Der scheidende britische Botschafter im Irak, William Patey, rechnet mit einer Teilung des Landes. «Die Aussicht auf einen Bürgerkrieg mit einer geringen Intensität und eine faktische Teilung des Irak sind derzeit wahrscheinlicher als ein erfolgreicher Übergang zu einer stabilen Demokratie», schrieb Patey in seinem letzten Telegramm an die britische Regierung, bevor er den Irak verließ. Selbst «die reduzierten Erwartungen» von US-Präsident George W. Bush - eine irakische Regierung, die sich selbst erhalten, selbst verteidigen und selbst regieren könne - seien «zweifelhaft».

Die Lage im Irak sei schwierig, aber «nicht hoffnungslos», schätzte der Diplomat. Sie werde auch in den kommenden fünf bis zehn Jahren «ungeordnet und schwierig» bleiben. Pateys Schreiben, das der BBC vorlag, war an Premierminister Tony Blair, an das Außen- und Verteidigungsministerium sowie an weitere Minister und ranghohe Militärs gerichtet. Der Botschafter weicht damit von der offiziellen Haltung der Regierung ab, die sich bislang zuversichtlich gegeben hatte, was die Zukunft des Irak angeht. (tso/AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben