Irak : Bush und Maliki planen Treffen

Die Gewalt im Irak hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Zahl der getöteten Zivilisten habe im Oktober mit 3709 höher gelegen als je zuvor seit der US-Invasion 2003, heißt es in einem Uno-Bericht.

Washington/Bagdad - Die Entwicklung zeige, dass "der Einfluss bewaffneter Gruppen wächst". Angesichts der ungebremsten Gewalt vereinbarten US-Präsident George W. Bush und Iraks Ministerpräsident Nuri al Maliki für kommende Woche ein Treffen in Jordanien. Die britische Regierung kündigte an, dass sie die Kontrolle über die südirakische Metropole Basra schon Anfang 2007 an die Iraker abgeben könnte.

In ihrem Bericht hebt die UN-Mission im Irak die weite Verbreitung von Folterungen hervor: "In Bagdad wurden hunderte Leichen gefesselt, geknebelt und mit Spuren von Folter und exekutionsartiger Hinrichtung gefunden." Als wichtigste Ursache der Gewalttaten vermuten die UN-Experten die Kämpfe zwischen den Volks- und Religionsgruppen. Es gebe viele Berichte, denen zufolge die Täter Uniformen von "Milizen oder sogar Polizei und Armee" trügen. Die irakische Zivilbevölkerung sei "Opfer von Terrorakten, Straßenbomben, Schüssen aus fahrenden Autos, Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden oder Polizisten und Aufständischen, Entführungen, Militäreinsätzen, Verbrechen und Übergriffen der Polizei".

Irakische Sicherheitskräfte sollen mehr Verantwortung tragen

Bush und Maliki kündigten derweil für den 29. und 30. November ein Treffen an, zu dem sie in Amman zusammenkommen wollen. Das Treffen diene "der Verpflichtung, einen friedlichen, sicheren und demokratischen Irak aufzubauen und die Partnerschaft zwischen beiden Nationen zu verstärken", hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Bushs Nationaler Sicherheitsberater Stephen Hadley sagte, dass die beiden Politiker die Fortschritte bei ihrem Vorhaben überprüfen wollen, den irakischen Sicherheitskräften mehr Verantwortung im Land zu übertragen. Es gehe darum, "effektiver und rascher" auf die Lage zu reagieren, sagte Hadley.

Vor dem britischen Unterhaus in London kündigte Außenministerin Margaret Beckett unterdessen an, möglicherweise schon Anfang kommenden Jahres den Abzug aus Basra einzuleiten. Sie sei "zuversichtlich", dass dieser Schritt im Frühjahr vollzogen werden könne, sagte die Ministerin. Zuvor sollten bereits andere Provinzen übergeben werden. Derzeit sind fast 7200 britische Soldaten in Basra und Umgebung stationiert. Der seit März 2003 laufende Militäreinsatz im Irak wird von den USA angeführt, Großbritannien ist der zweitwichtigste Truppensteller.

Erneut gewaltvolle Anschläge

In der irakischen Stadt Iskandarijah starben am Mittwoch sieben Angehörige einer irakischen Spezialeinheit bei einem Bombenanschlag. Die in einer Plastiktüte versteckte Bombe sei explodiert, als die Sicherheitskräfte ihren Sold abholen wollten, teilte die Polizei mit. Zu den Aufgaben der Einheit zählte der Schutz von Staatseinrichtungen. Bei einer Serie von Anschlägen in der Unruheprovinz Dijala starben nach Behördenangaben zwölf Menschen: In Baakuba wurden drei Polizisten von Angreifern umgebracht. Bei der Explosion einer Autobombe 60 Kilometer nördlich der Stadt starben drei Soldaten und ein Polizist. Fünf weitere Menschen wurden den Angaben zufolge bei weiteren Angriffen und Attentaten in der Provinz getötet. (tso/AFP)

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