Irak : Deutsche Helfer verlassen Bagdad

Die nach eigenen Angaben letzte deutsche Hilfsorganisation in Bagdad verlässt die irakische Hauptstadt. Die Sicherheitslage habe sich erheblich verschlechtert.

Bonn - Die Organisation Help - Hilfe zur Selbsthilfe werde zum 28. Februar alle ihre humanitären Projekte - zur Minenräumung sowie zur Wasserversorgung - im Irak einstellen. Die Sicherheitslage habe sich so verschlechtert, dass die Projekte sowohl nach Einschätzung von Help als auch des Auswärtigen Amtes nicht mehr fortgesetzt werden könnten.

"Wir bedauern sehr, dass wir dem irakischen Volk nicht weiter bei der Bewältigung seiner schwierigen Situation helfen können und unsere irakischen Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen entlassen müssen", sagte Help-Geschäftsführer Wolfgang Nierwetberg. Bereits seit September 2004 waren im Land aus Sicherheitsgründen nur noch Iraker für die Organisation tätig, die durch internationale Mitarbeiter aus der jordanischen Hauptstadt Amman betreut wurden.

Seit Beginn ihrer Arbeit im April 2003 sicherte Help nach eigenen Angaben die langfristige Versorgung mit sauberem Trinkwasser für rund 24.000 Familien und bildete 35 ehemalige irakische Soldaten zu Minenräumern aus. Seit Oktober 2003 wurden 18,1 Tonnen an Explosivstoffen auf einer Fläche von mehr als 1,45 Millionen Quadratmetern geräumt. Finanziert wurden die Projekte aus Spenden, vom Auswärtigen Amt und von UN-Organisationen. (tso/dpa)

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