Irak : Entführer: Britische Geisel beging Selbstmord

Mehr als ein Jahr nach der Entführung von fünf Briten im Irak haben die Geiselnehmer ein Video veröffentlicht. Darin geben sie den den Selbstmord eines der Opfer bekannt. Gleichzeitig werfen die Entführer der britischen Regierung eine "Verzögerungstaktik" vor.

LondonDie britische Geisel habe sich bereits am 25. Mai dieses Jahres umgebracht, heißt es in dem Video, das der Sonntagszeitung "Sunday Times" übergeben wurde. Eine andere Geisel ruft die britische Regierung darin auf, sich mehr um ihre Freilassung zu bemühen. Das Außenministerium teilte in London mit, es gebe keine unabhängige Bestätigung für den Tod der Geisel. Premierminister Gordon Brown sagte, die Bemühungen um die Freilassung der Männer liefen auf Hochtouren.

Die Männer, ein IT-Fachmann und vier Bodyguards, waren Ende Mai 2007 im irakischen Finanzministerium vermutlich von schiitischen Aufständischen entführt worden. "Mir geht es körperlich nicht gut, psychisch geht es mir noch viel schlechter. Ich will meine Familie wiedersehen", sagt Alan, eine Geisel, den Zeitungsangaben zufolge. In der Botschaft der Entführer heißt es, die britische Regierung sei durch ihre "Verzögerungstaktik" und ihren "Mangel an Ernsthaftigkeit" für den Selbstmord des Mannes, der in dem Video nur Jason genannt wird, verantwortlich.

Brown sagte, er habe die Entführung auch während seines Besuchs in Bagdad an diesem Wochenende beim irakischen Premierminister Nuri al-Maliki zum Gespräch gebracht. "Hinter den Kulissen arbeiten viele Menschen, um eine Lösung zu finden", sagte der Premier. Er forderte die sofortige Freilassung der Geiseln. Das Video wurde der "Sunday Times" durch einen Mittelsmann in Bagdad zugespielt. (feh/dpa)

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