Politik : Irak-Geiseln: Eingepfercht in Erdlöchern und Sandkuhlen

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Berlin/Leipzig - Die beiden frei gelassenen Irak-Geiseln René Bräunlich und Thomas Nitzschke sind nach eigener Aussage „tagelang“ in Erdlöchern und Sandkuhlen eingepfercht gewesen. Sie seien aber „nicht misshandelt worden“, sagten sie der „Leipziger Volkszeitung“. Ihre Unterbringung in durchgehend fast dunkler Umgebung beschreiben sie als „eine Art Folter“. Misshandelt worden seien sie nicht.

Die Männer waren am Mittwoch nach gut dreimonatiger Gefangenschaft nach Deutschland zurückgekehrt. Während der gesamten 99 Tage seien sie in der Hand nur einer Entführergruppe gewesen. „Es war immer dieselbe Gruppe, die uns gefangen hielt. Es stimmt nicht, dass wir verkauft wurden“, sagte Nitzschke. Offenbar habe es sich um Leute gehandelt, „die für ihr Land kämpfen wollten“. Berichte, einer der Bewacher habe Deutsch gesprochen und sie mit Nachrichten aus der Heimat versorgt, seien falsch.

Zum Problem des Arbeitseinsatzes in einer höchst gefährlichen Region sagte Nitzschke: „Wir wussten, wo wir hingehen. Uns war aber nicht bewusst, dass das eine der gefährlichsten Zonen des Irak ist. Ganz im Gegenteil. Uns wurde gesagt, dass diese Ecke eigentlich ganz ruhig ist.“

Nitzschke (28) und Bräunlich (32) waren im Auftrag der Firma Cryotec aus Bennewitz bei Leipzig zum Aufbau einer Stickstoff-Gewinnungsanlage in die nordirakische Industriestadt Baidschi gereist und kurz nach ihrer Ankunft entführt worden. Firmenchef Peter Bienert sagte, er werde vorerst keine Mitarbeiter mehr in den Irak schicken. In Zukunft wolle das Unternehmen dafür Service-Kräfte aus dem Irak ausbilden. Ob es eine Beteiligung der Firma an den Kosten der Rückführung geben wird, war zunächst unklar. „Es gibt keine Forderungen an uns. So lange machen wir uns da keine Gedanken“, sagte Bienert.

Die Bundesregierung wies unterdessen Forderungen nach einem Lösegeldfonds der Wirtschaft für künftige Entführungsfälle zurück. „Die Bundesregierung ist nicht erpressbar. Die Bundesregierung zahlt kein Lösegeld“, sagte Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Hintergrund ist eine entsprechende Forderung des SPD-Bundestagsabgeordneten Ottmar Schreiner.

Wann die Monteure mit ihren Familien nach Leipzig heimkehren, ist weiterhin unklar. Derzeit leben sie abgeschirmt an einem geheim gehaltenen Ort. ddp/dpa

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