Irak : Kooperationsabkommen von Gewalt überschattet

Begleitet von einer neuen Welle der Gewalt haben die USA und der Irak offiziell ihre Verhandlungen über einen Kooperationsvertrag zwischen beiden Staaten aufgenommen. Bei Terroranschlägen und Gefechten starben mehr als 30 Menschen.

BagdadDie USA und der Irak beraten über ein Kooperationsabkommen, das unter anderem den Verbleib eines Teils der US-Truppen im Irak regeln soll. Das UN-Mandat für die Stationierung der ausländischen Truppen läuft zum Jahresende ab. Das irakische Außenministerium erklärte, "die Gespräche zwischen den Delegationen der beiden souveränen unabhängigen Länder haben begonnen, mit dem Ziel ein Kooperationsabkommen abzuschließen, das die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Seiten regeln soll".

Kritiker der Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki sind gegen das geplante Abkommen, da es aus ihrer Sicht nicht zwischen zwei souveränen Staaten abgeschlossen wird, sondern "unter dem Druck der Besatzungsmacht USA".

Im Süden des Iraks verübten Extremisten einen Bombenanschlag auf einen Reisebus, bei dem nach  Angaben der Sicherheitskräfte 15 Menschen ums Leben kamen. 18 weitere Insassen des Busses erlitten durch die Explosion auf der Straße zwischen Nassirija und Basra Verletzungen. Die meisten der Businsassen waren schiitische Pilger aus Basra, die nach einem Besuch der heiligen Stätten von Nadschaf und Kerbela in ihre Heimatstadt zurückkehren wollten.

Tote und Verletzte auf beiden Seiten

Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete, in der Nähe der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Mossul sei ein Gefecht zwischen Polizisten und Bewaffneten entbrannt. Den Angaben zufolge starben vier Polizisten, vier Extremisten und ein Passant.

In der Ortschaft Al-Duluija, 80 Kilometer nördlich von Bagdad, tötete ein Selbstmordattentäter drei Angehörige einer lokalen Bürgerwehr. Fünf Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Ein weiterer Selbstmordattentäter riss laut Aswat al-Irak unweit der westirakischen Stadt Falludscha zwei Mitglieder einer Bürgerwehr mit in den Tod.

Die US-Armee tötete in der Nacht zum Dienstag in der Provinz Salaheddin drei mutmaßliche Terroristen. Ein US-Militärsprecher in Bagdad erklärte, bei einem Luftangriff auf eine Gruppe von Bombenlegern nördlich der Ortschaft Al-Dur seien drei "Terroristen" getötet worden. Dagegen teilte die irakische Polizei mit, die am Morgen am westlichen Tigrisufer unweit der Stadt Tikrit tot aufgefundenen Männer seien Zivilisten gewesen. Zwei weitere Verdächtige töteten die US-Truppen nach Angaben des Militärkommandos in der Umgebung von Mossul.

Das US-Militär teilte unterdessen mit, Aufständische hätten am Montag im Irak insgesamt acht US-Soldaten getötet. (nim/dpa)

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