Irak-Krieg : Bush wollte Saddam mit UN-Farben täuschen

Nach Berichten der "New York Times" hat US-Präsident George Bush vor der Invasion des Irak erwogen, einen US-Aufklärer in UN-Farben über dem Irak fliegen zu lassen. Hätte Saddam ihn beschossen, wäre das eine Verletzung der damaligen UN-Resolution.

Washington - Präsident George W. Bush hat vor der Invasion im Irak vor drei Jahren überlegt, Saddam Hussein mit einem als UN- Flugzeug getarnten US-Aufklärer zu provozieren. Das gehe aus dem Protokoll eines Gesprächs Ende Janaur 2003 zwischen Bush und dem britischen Premierminister Tony Blair hervor, berichtete die «New York Times» am Montag. «Die USA überlegen, ein US-Aufklärungsflugzeug mit den UN-Farben angemalt ... über den Irak fliegen zu lassen», zitiert die Zeitung aus dem Protokoll, das zwei britische Regierungsbeamten als authentisch identifiziert hätten. Sollte Saddam darauf schießen lassen, wäre das eine Verletzung von UN-Resolutionen, heißt es.

Bush und Blair hätten in dem Gespräch Zweifel daran geäußert, dass die UN-Inspektoren Massenvernichtungswaffen finden, schrieb die Zeitung. Unabhängig davon habe Bush den Eindruck hinterlassen, dass die Entscheidung zur Invasion gefallen sei. «Der Start der Militäraktion war für den 10. März vorgesehen», heißt es in dem Protokoll, dass Blairs damaliger Berater für Außenpolitik David Manning verfasste. «Dann sollte die Bombardierung beginnen.»

Das Gespräch fand eine Woche vor dem Auftritt des damaligen Außenministers Colin Powell im Weltsicherheitsrat statt. Powell präsentierte dabei vermeintliche Beweise für irakische Massenvernichtungswaffen. Der Krieg begann schließlich zehn Tage später als in dem Gespräch von Bush erwähnt, am 20. März. (tso/dpa)

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