Irak : Machtkampf der Schiiten eskaliert

In der Pilgerstadt Kerbela ist es erneut zu heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und schiitischen Milizionären gekommen. Bereits am Vortag waren bei den Kämpfen rund 50 Menschen getötet worden.

Kerbela
Nach der Wallfahrt. In Kerbela kämpfen schiitische Milizen um die Macht. -Foto: AFP

Bagdad/Kerbela Im Irak wird der Machtkampf zwischen den rivalisierenden Schiiten-Parteien jetzt mit der Waffe ausgetragen. Augenzeugen sahen brennende Gebäude und Rauchwolken, die über der Innenstadt aufstiegen. Am Vortag hatten während einer schiitischen Wallfahrt in Kerbela Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr und Wächter der heiligen Stätten aufeinander geschossen. Dabei waren nach Auskunft der Gesundheitsbehörde der Stadt rund 50 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden.

In der südlich der Hauptstadt gelegenen Stadt Hilla kam es am Morgen zu Gefechten zwischen Sadr-Milizionären und bewaffneten Mitgliedern der schiitischen Partei Hoher Islamischer Rat im Irak (SICI), bei denen nach Polizeiangaben sechs Kämpfer starben. Ministerpräsident Nuri al-Maliki traf heute in Kerbela ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Zuvor hatte er bereits zusätzliche Einheiten von Armee und Polizei in die Stadt geschickt, die in der Nähe der Hussein-Moschee und der Abbas-Moschee Stellung bezogen. Sie halfen Hunderttausenden von Pilgern, die Stadt zu verlassen. (mit dpa)

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