Irak : Mehr als 20 Tote bei Anschlägen in Bagdad

Eine neue Gewaltwelle hat die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert. Ein Anschlag auf den Industrieminister kostete alleine 21 Menschen das Leben. Die Regierung hat unterdessen eine ganze Polizeibrigade suspendiert.

Bagdad - Bei einem Anschlag auf einen Fahrzeugkonvoi des irakischen Industrieministers Fausi Hariri in Bagdad sind mindestens 21 Menschen getötet und fast 90 weitere verletzt worden. Zunächst explodierten zwei Bomben vor dem heranfahrenden Konvoi und töteten drei Leibwächter, wie irakische Sicherheitskräfte mitteilten. Unmittelbar darauf detonierte eine Autobombe vor einem Lebensmittelgeschäft und riss weitere 18 Menschen in den Tod. Der Minister selbst war nicht im Konvoi. Die irakische Regierung suspendierte eine Polizeibrigade, deren Mitglieder Kontakte zu Todesschwadronen gehabt haben sollen. Sie sollen nun von der US-Armee neu ausgebildet werden.

Der Fahrzeugkonvoi sei nach dem Betanken auf der Rückfahrt in das Ministerium gewesen, sagte Hariri. Er selber sei in diesem Moment bei Ministerpräsident Nuri al Maliki gewesen. Durch die Wucht der Sprengsätze stürzte nach Angaben der Sicherheitskräfte das Geschäftsgebäude zusammen. Durch die Autobombe wurden demnach elf Leibwächter des Ministers und 78 Zivilisten verletzt.

Zwei US-Soldaten durch Schüsse getötet

In anderen Hauptstadtvierteln wurde bei weiteren Anschlägen ein Mensch getötet, mindestens sechs weitere Menschen erlitten Verletzungen. Ebenfalls in Bagdad wurden zwei US-Soldaten durch Schüsse getötet.

Der Fall der Bagdader Polizeibrigade ist bislang einzigartig: Die komplette Brigade mit zwischen 800 und 1200 Mitgliedern werde beschuldigt, Todesschwadrone unterstützt zu haben, sagte US-Armeesprecher William Caldwell. Der Abzug der Brigade aus Bagdad werde die Sicherheitslage verbessern. Die Polizisten hätten in der Vergangenheit nicht das Maß an Professionalismus gezeigt, das das irakische Innenministerium anstrebe. Sie sollten nun in einem US-Armeestützpunkt ein "Anti-Milizen- und Anti-Konfessionstraining" erhalten. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben