Irak : Mindestens 35 Tote bei erneuter Anschlagsserie in Bagdad

UPDATE Die irakische Hauptstadt Bagdad ist erneut von einer Anschlagsserie erschüttert worden: Mindestens 35 Menschen kamen am Dienstag nach Behördenangaben ums Leben, als in mehreren Vierteln der Stadt sechs Sprengsätze explodierten und mehrere Wohnhäuser einstürzten.

Bagdad
Bei den Anschlägen stürzten sieben Gebäude ein. -Foto: AFP

BagdadNach den verheerenden Bombenanschlägen auf ausländische Botschaften am Ostersonntag haben Terroristen am Dienstag in der irakischen Hauptstadt ein neues Blutbad angerichtet. Bei mehreren Anschlägen kamen nach Polizeiangaben mindestens 35 Menschen ums Leben. 140 weitere wurden verletzt. Die Explosionen am Dienstag zerstörten mehrere Gebäude in schiitischen Vierteln der irakischen Hauptstadt, darunter ein Restaurant nahe der Haifastraße, an der viele Ministerien und Behörden angesiedelt sind. Auch viele Wohngebäude waren betroffen.

Erst am Ostersonntag hatten Selbstmordattentäter in Bagdad Anschläge auf ausländische Botschaften verübt, darunter auch die deutsche Botschaft. Sie töteten nach Angaben von Augenzeugen und Polizisten insgesamt 50 Menschen, rund 200 weitere wurden verletzt. Unter den Toten war auch ein irakischer Mitarbeiter der deutschen Botschaft, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit.

Der Sieger der Parlamentswahlen im Irak, Ijad Allawi, machte auch die Regierung seines Kontrahenten Nuri al-Maliki für die Folgen des Terrors in der irakischen Hauptstadt verantwortlich. „Terroristische Kräfte sind für diese Anschläge verantwortlich. Aber die irakische Regierung sollte auch die Leute beschützen“, sagte er vor Journalisten. Malikis Regierung habe es in den vergangenen vier Jahren nicht geschafft, Frieden und Stabilität im Land zu schaffen.

Allawi und Maliki versuchen derzeit jeweils, eine Regierungskoalition zu schmieden. Allawis säkulares Bündnis gewann die meisten Mandate im Parlament. Maliki hofft aber darauf, mit Hilfe schiitischer und kurdischer Kräfte eine regierungsfähige Koalition bilden und so an der Macht bleiben zu können. (dpa)

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