Irak : Prozess gegen den "Schuhwerfer von Bagdad" hat begonnen

Das irakische Kriminalgericht hat den Prozess gegen den "Schuhwerfer von Bagdad" eröffnet, der im Dezember 2008 Ex-Präsident George W. Bush mit einem Schlappen beworfen hatte. Im Gerichtssaal gab es tosenden Applaus für den Angeklagten.

Schuhwerfer
Der Schuhwerfer: Von vielen Irakern als Held gefeiert. -Foto: dpa

BagdadVor dem Kriminalgericht in der irakischen Hauptstadt hat am Donnerstag der Prozess gegen den "Schuhwerfer von Bagdad" begonnen. Aus Protest gegen die US-Politik im Irak hatte der irakische Fernsehreporter Muntasser al-Saidi Mitte Dezember bei einer Pressekonferenz in Bagdad seine Schuhe nach dem damaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush geworfen. Das Verfahren wurde kurz nach dem Auftakt auf den 12. März vertagt.

Die Anklage lautet auf "Angriff auf ein ausländisches Staatsoberhaupt", ein Straftatbestand, der noch aus der Ära des früheren Diktators Saddam Hussein stammt. Damit drohen dem Iraker bis zu 15 Jahre Haft. Bush, der den Schuhen geschickt ausgewichen war, hat bisher keine Fürsprache für Al-Saidi eingelegt.

Der 30-Jährige wurde in Handschellen und umgeben von zahlreichen Sicherheitskräften im Gericht vorgeführt. Als er eintraf, brandete Beifall auf. Al-Saidi gilt wegen seiner Aktion in weiten Teilen der arabischen Welt als Volksheld. Seine Verteidiger wollen erreichen, dass die Anklage fallengelassen und Al-Saidi auf freien Fuß gesetzt wird. (sba/dpa)

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