Irak : Regierungschef ruft zum Versöhnungsgipfel

Nach dem Weggang fast aller sunnitischen Mitglieder das Kabinetts muss Iraks Regierungschef Nuri al Maliki handeln: Er ruft die politischen Führer des Irak an einen Tisch, um Wege aus der innenpolitischen Krise zu finden.

Nuri al Maliki
Nuri al Maliki glaubt an seine Regierung. -Foto: AFP

Bagdad Der irakische Regierungschef Nuri al Maliki hat am Sonntag die Führer der politischen Parteien zu einem Krisengipfel nach Bagdad einberufen. Bei den Gesprächen, die heute oder morgen beginnen sollen, werde nach einem Ausweg aus der aktuellen Regierungskrise gesucht. "Angesichts der innenpolitischen Probleme, unter denen das Land leidet, musste ich die politischen Führer des Iraks zu diesem Treffen rufen", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak.

Bei dem Gipfel sollen unter anderem neue Minister ernannt werden. Außerdem sollen die Parteien auf dem Krisengipfel von Maliki wieder auf den ursprünglichen Kurs der Regierung eingeschworen werden. Er hofft überdies auf die Rückkehr der Minister der sunnitischen Konsens-Front (IAF) in die Regierung. In den vergangenen Wochen haben fast alle sunnitischen Mitglieder das Kabinett verlassen. Andere boykottieren Sitzungen der Regierung, so dass mindestens 17 Stühle am Kabinettstisch frei bleiben. Maliki rechnet mit schwierigen Gesprächen. Dennoch werde seine Regierung nicht stürzen. "Zwar wünschen sich das Einige, aber der Tag, an dem die Stunden der Regierung gezählt sind, ist weit entfernt", sagte er.

Viele Tote und Verletzte bei Gefechten

Durch Gefechte und Anschläge kamen am Wochenende im Irak rund 40 Menschen ums Leben, unter ihnen der Gouverneur der Süd-Provinz Kadisija. Nach Angaben der Polizei starben der Gouverneur Dschalil Chalil Hamsa und fünf seiner Begleiter, als am Samstag in der Stadt Diwanija ein Sprengsatz neben ihrem Fahrzeugkonvoi explodierte. Wie die US-Armee am Sonntag mitteilte, töteten Aufständische am Samstag südlich von Bagdad vier amerikanische Soldaten.

Vier weitere US-Soldaten seien verletzt worden. Bei einer Fußpatrouille südöstlich der Hauptstadt wurde am gleichen Tag ein US-Soldat erschossen. Bei Mossul im Norden des Landes töteten irakische Soldaten nach eigenen Angaben den führenden Al-Qaida-Aktivisten Mowafak Jassin. Er galt nach Militärangaben als Vizechef des Terrornetzwerks im Irak. In der Nähe der nordirakischen Stadt Samarra starben am Samstag acht Elektriker bei Reparaturarbeiten an einem Kraftwerk, als ihr Fahrzeug von einem US- Helikopter beschossen wurde, berichtete die Agentur Aswat al-Irak. In einer gemeinsamen Operation irakischer und amerikanischer Soldaten wurden in der Stadt Bakuba sechs militante Islamisten getötet und acht weitere gefangen genommen. In Samarra töteten irakische Truppen nach eigenen Angaben 13 Militante, die dem Terrornetz Al Qaida zugerechnet wurden. (mit dpa)

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