Irak : Sadr-Bewegung: Waffenstillstand mit Regierung in Bagdad vereinbart

Die andauernden Kämpfe zwischen irakischen Streitkräften und der US-Armee haben seit März rund tausend Menschenleben gefordert. Nun hat die radikale Sadr-Bewegung einen Waffenstillstand mit Bagdad vereinbart.

NadschafDie Bewegung des radikalen Schiitenführers Moktada Sadr hat nach eigenen Angaben eine Waffenruhe mit der irakischen Regierung vereinbart. Damit solle den Kämpfen im Bagdader Schiitenviertel Sadr City ab Sonntag ein Ende gesetzt werden, teilte der Sprecher der Organisation, Salah el Obeidi, am Samstag in Nadschaf mit. "Wir werden das Feuer einstellen, Waffen nicht länger in der Öffentlichkeit tragen und alle Straßen nach Sadr City öffnen", sagte Obeidi der Nachrichtenagentur AFP.

Nach Angaben von Obeidi einigten sich Vertreter der Sadr-Bewegung und eine Delegation von Regierungschef Nuri el Maliki bei Gesprächen auf den Waffenstillstand. "Die beiden Gruppen stimmten bei zehn von 14 diskutierten Punkten überein", sagte er weiter.

Bei den Kämpfen zwischen irakischen Streitkräften und der US-Armee gegen Sadrs Mahdi-Miliz wurden seit Ende März rund tausend Menschen getötet. Anfang April hatte Sadr seine Gefolgsleute bereits zum Rückzug aufgerufen. Nach einer Woche relativer Ruhe flammten jedoch erneut Kämpfe in Bagdad auf.

Sadr City gilt als Hochburg der Anhänger des Schiitenführers. Das US-Militär und die irakische Armee errichteten bereits Mauern um Teile des Stadtviertels, um Bewaffnete davon abzuhalten, Raketen und Granaten auf die streng bewachte Grüne Zone in Bagdad abzufeuern. Dort sind die irakischen Regierungsinstitutionen und die Botschaft der USA untergebracht. (saw/AFP)

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