Irak : Söldner-Firma Blackwater immer mehr in Bedrängnis

Gegen die US-Sicherheitsfirma Blackwater gibt es neue schwerwiegende Vorwürfe. Mitarbeiter sollen im Irak nicht nur am Boden, sondern auch aus Hubschraubern auf Zivilisten geschossen haben.

Blackwater
Im Zwielicht. Blackwater-Mitarbeiter über Bagdad. -Foto: AFP

WashingtonDas US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" berichtet unter Berufung auf vertrauliche irakische Polizeiberichte und Augenzeugenberichte irakischer Polizisten, Mitarbeiter von Blackwater hätten aus Hubschraubern auf Autos und Zivilisten gefeuert. Blackwater bestätigte laut "Newsweek", dass Hubschrauber der Firma am Ort des Zwischenfalls im Einsatz waren. Die Mitarbeiter in den Helikoptern hätten aber nicht geschossen.

Am 16. September hatten Blackwater-Mitarbeiter in Bagdad mindestens zehn Iraker erschossen. Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens wurden die Sicherheitsleute zuerst angegriffen und feuerten dann aus Selbstschutz zurück. Dem "Newsweek"-Bericht zufolge schossen die Blackwater-Mitarbeiter dagegen grund- und wahllos auf unschuldige Zivilisten. Das Magazin berief sich auf einen irakischen Polizeibericht, der US-Vertretern vorgelegt wurde, sowie auf Äußerungen von ranghohen Polizeioffizieren, unter anderem vom führenden Ermittler Faris Saadi Abdul und vom Kommandeur der irakischen Polizei, Hussein al Awadi. Laut Awadi können bestimmte Einschusslöcher am Tatort nur von Schüssen aus Hubschraubern stammen.

Außerdem zitierte das Blatt einen Verkehrspolizisten, demzufolge Blackwater-Mitarbeiter einen Autofahrer erschossen und auch dann weiterschossen, als Polizisten die Leiche aus dem Wagen ziehen wollten. Auch andere US-Zeitungen hatten in den vergangenen Tagen unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, die Blackwater-Mitarbeiter hätten grundlos geschossen. Das US-Außenministerium kündigte am Freitag die Entsendung eines ranghohen Ermittlungsteams angekündigt, um die Hintergründe des tödlichen Zwischenfalls aufzuklären. (mit AFP)

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