Irak : Terroristen töten 41 Zivilisten

Extremisten haben in irakischen Dörfern 41 Zivilisten, darunter mehrere Frauen und Kinder, in ihren Häusern ermordet. Die Terroristen trugen Uniformen der irakischen Armee.

BagdadTerroristen haben in der irakischen Provinz Dijala 41 Zivilisten in ihren Häusern massakriert. In dem Dorf Al-Duwailije im Norden der Provinzhauptstadt Bakuba ermordeten Extremisten, die Uniformen der irakischen Armee trugen, 29 Menschen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Bakuba hatten die Angreifer das Dorf erst umstellt und waren dann von Haus zu Haus gezogen. Wenige Stunden später hätten bewaffnete Männer in der nahe gelegenen Ortschaft Al-Makdadija zwölf Angehörige einer Großfamilie ermordet, darunter mehrere Frauen und Kinder. Rund um die Stadt Bakuba, die 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad liegt, haben die amerikanischen und irakischen Truppen in den vergangenen Wochen ihre Razzien verstärkt, nachdem sich Al-Qaida-Terroristen aus Bagdad und der Provinz Anbar dorthin zurückgezogen hatten.

Derweil wurde bekannt, dass die Bewohner so genannter "sicherer Viertel" in Bagdad demnächst neue Ausweise erhalten, die zum Betreten ihres Viertels berechtigen. Diese Viertel seien "von Terroristen gesäubert worden" und würden nun so abgeriegelt, dass sie nur noch durch wenige Eingangstore betreten werden könnten, zitierten irakische Medien den Militärsprecher der Regierung, Kasim Atta. An den Eingängen müssten die Bewohner die Ausweise vorzeigen.

Abwanderung aus Bagdad

Das Büro von Staatspräsident Dschalal Talabani teilte unterdessen mit, die irakische Führung habe US-Präsident George W. Bush am Montag in einer Video-Telefonkonferenz über die jüngsten Fortschritte in den Bereichen Sicherheit und nationale Versöhnung informiert. Die irakische Regierung hatte vor zwei Wochen berichtet, die Zahl der Gewaltopfer sei in Bagdad durch den amerikanisch-irakischen Sicherheitsplan, der im vergangenen Februar in Kraft getreten war, um 36 Prozent zurückgegangen. Einwohner der Hauptstadt führen dies jedoch zum Teil auf die zunehmende Abwanderung von Irakern ins Ausland und in Viertel, die sie für sicherer halten, zurück. Die Internationale Organisation für Migration (IOM), erklärte in Genf, im Irak verließen jeden Tag rund 60.000 Menschen ihre Heimat.

Bei der Explosion einer Autobombe vor der iranischen Botschaft in Bagdad starben vier Menschen. In Bagdad töteten die irakischen Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben innerhalb von 24 Stunden 20 Terrorverdächtige. 20 weitere Verdächtige seien festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak. Bei weiteren Anschlägen im Irak wurden fünf Menschen getötet.

Unterdessen nahmen die 30 Abgeordneten der Fraktion des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr ihre Arbeit im Parlament wieder auf. Die Fraktion, die zu der Schiiten-Allianz von Ministerpräsident Nuri al-Maliki gehört, hatte dem Parlament im Mai den Rücken gekehrt, um damit gegen das Fehlen eines Zeitplans für den Abzug der US-Truppen zu protestieren und um die Regierung zu zwingen, die heiligen Stätten der Muslime im Irak besser zu schützen. Letzteres sei den Sadr-Abgeordneten nun versprochen worden, sagte ein Parlamentssprecher. (mit dpa)

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