Irak und Afghanistan : Bush will Kriegsausgaben um ein Drittel aufstocken

US-Präsident George W. Bush will im kommenden Haushaltsjahr für die Kriege im Irak und in Afghanistan rund 40 Milliarden Dollar mehr ausgeben als geplant. Verteidigungsminister Robert Gates beantragte gestern beim Kongress einen Etat von insgesamt 190 Milliarden Dollar.

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Verteidigungsminister Robert Gates (l.) und Generalstabschef Peter Pace hoffen für 2008 auf einen höheren Kriegsetat. -Foto: AFP

WashingtonBislang hatte das Weiße Haus die Kosten für das am 1. Oktober beginnende neue Fiskaljahr auf etwa 147 Milliarden Dollar veranschlagt. Werden die Gelder bewilligt, wird es das teuerste Kriegsjahr seit dem Einmarsch im Irak. Insgesamt würden damit die Aufwendungen für die Kriege in Afghanistan und im Irak seit dem 11. September 2001 nach Kongressunterlagen auf mehr als 800 Milliarden Dollar steigen, wie die "Washington Post" heute berichtete. Es wird allerdings erwartet, dass der von den Demokraten kontrollierte Kongress den Etatantrag dazu nutzt, die Regierung mit Blick auf einen klaren Zeitrahmen für einen Truppenabzug unter Druck zu setzen.

Gates begründete die finanziellen Forderungen unter anderem mit der Notwendigkeit, den Schutz der Soldaten gegen Anschläge zu verbessern, beispielsweise durch eine stärkere Panzerung von Fahrzeugen. Dafür sollen dem Pentagon zufolge 14 der am Mittwoch zusätzlich beantragten 42,3 Milliarden Dollar ausgegeben werden. Neun Milliarden Dollar will das Ministerium für den Ersatz und die Reparatur von Ausrüstung ausgeben, die durch beide Kriege vernichtet oder verschlissen worden ist.

Früherer Kommandeur hatte Materialprobleme beklagt

Zuvor hatte der frühere Kommandeur der US-Truppen im Irak, George Casey, vor dem Kongress gesagt, dass die US-Streitkräfte personell und materiell durch die Kriege extrem belastet seien. Deshalb könne es im Fall einer Herausforderung durch einen neuen größeren Konflikt Probleme geben, angemessen zu reagieren, warnte der General.

Im endenden Haushaltsjahr schlugen die Kriege im Irak und in Afghanistan Medienberichten zufolge zusammen mit rund 173 Milliarden Dollar (124 Milliarden Euro) zu Buche. Zähle man die Ausgaben für CIA-Operationen und die Botschaft in Bagdad hinzu, koste der Krieg im Irak den amerikanischen Steuerzahler im Monat etwa zwölf Milliarden Dollar (8,6 Milliarden Euro), sagte Winslow Wheeler vom Zentrum für Verteidigungsinformation in Washington der "Los Angeles Times". (mit dpa)

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