Irak : US-Diplomaten: Zwangsversetzung ist "potentielle Todesstrafe“

Dienst im Irak auf Befehl: US-Diplomaten laufen Sturm gegen eine Verfügung ihres Außenministeriums, nach der sie in das Krisengebiet zwangsversetzt werden sollen - wer sich verweigert, verliert seinen Job.

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Die US-Botschaft in Bagdad: Diplomaten haben Angst vor einer Zwangsversetzung. -Foto: AFP

BerlinMehrere hundert US-Diplomaten sind am Mittwoch auf einer Mitarbeiterversammlung auf die Barrikaden gegangen: Das amerikanische Außenministerium will Diplomaten für den Dienst im Irak zwangsversetzen, berichtete der Nachrichtensender CNN. Begründet wurde die Maßnahme damit, dass es für die Botschaft in Bagdad nicht genügend Freiwillige gibt. Wer sich dagegen widersetzt, muss befürchten, seinen Job zu verlieren.

Der altgediente Diplomat Jack Crotty kritisierte die Entscheidung scharf. Eine solche Versetzung unter Zwang zum Dienst im Irak käme einer "potentiellen Todesstrafe" gleich und das Außenministerium wüßte das. Er fragte zudem, wie die US-Regierung diese Leute schützen will. "Wer soll unsere Kinder aufziehen, wenn wir tot oder verletzt sind?" Andere Länder würden unter diesen Umständen ihre Botschaft schließen, monierte Crotty weiter.

Noch 50 freie Stellen

Der Ministeriumsbeamte Harry Thomas, der für die Verfügung zuständig ist, verteidigte hingegen den Beschluss. "Wir alle haben uns zu einer weltweiten Verfügbarkeit bereit erklärt", versuchte er seine Kollegen zu beschwichtigen. Das Außenministerium müsste schließlich seinen Pflichten nachkommen.

In den kommenden Monaten wollen die USA ihren Diplomatenstab im Irak auswechseln. 250 Stellen sollen neu besetzt werden. 50 davon sind noch offen, da es nicht genügend Freiwillige gibt. (imo)

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