Irak : US-Geheimdienste sehen schwarz für al Maliki

Die US-Geheimdienste sagen der irakischen Regierung von Ministerpräsident Nuri al Maliki ein düsteres Jahr voraus. Die Regierungsarbeit sei mangelhaft, auch die Gewalt werde vorerst auf einem hohen Niveau bleiben.

Washington"Bis heute sind die irakischen Führungsfiguren nicht in der Lage, effektiv zu regieren", heißt es in einer in Washington veröffentlichten Lageeinschätzung. Die Situation für die Regierung in Bagdad werde in den nächsten sechs bis zwölf Monaten wegen anhaltender Kritik innerhalb der schiitischen Koalition "zunehmend bedenklich", heißt es in dem Dokument.

Die Geheimdienste rechnen in dem zehnseitigen Bericht überdies damit, dass sich die Sicherheitslage im Irak über die kommenden sechs bis zwölf Monate zwar "weiterhin moderat verbessert", es aber weiterhin ein hohes Niveau an Gewalt geben werde. Nach wie vor habe Bagdad damit zu kämpfen, landesweit eine Aussöhnung zwischen den Volksgruppen zu erreichen und die Regierungsarbeit zu verbessern.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich US-Präsident George W. Bush unzufrieden über die Leistungen der irakischen Regierung geäußert, den umstrittenen Regierungschef Al-Maliki dann aber als "guten Mann" verteidigt. Zuvor hatten die demokratischen Senatoren Hillary Clinton und Carl Levin, der zugleich Vorsitzender des Streitkräfteausschusses des Senats ist, den irakischen Ministerpräsidenten scharf kritisiert. Sie teile Levins Hoffnung, dass das irakische Parlament Al-Maliki gegen eine weniger entzweiende Persönlichkeit austausche, sagte Clinton. (mit dpa)

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