Irak : USA wollen Sunniten mit Waffen beliefern

Die USA wollen weiter tief in den irakischen Bürgerkrieg eingreifen. Ein neuer Plan sieht vor, Sunniten-Gruppen mit Waffen zu unterstützen. Die irakische Regierung beurteilt das Vorhaben skeptisch.

Bagdad/New York Zur Bekämpfung von al-Qaida-Terroristen will die US-Armee nach einem Bericht der Zeitung "The New York Times" sunnitische Gruppen im Irak mit Waffen und weiterer Ausrüstung unterstützen. Nach einer Testphase Anfang des Jahres in der westlichen Provinz Anbar habe die US-Militärführung zögerlich zugestimmt, die Waffenhilfe auf vier weitere Unruheprovinzen im Zentralirak auszuweiten, berichtete das Blatt. Bei der Regierung in Bagdad stoßen diese Pläne auf Skepsis.

Nach Angaben der "New York Times" sollen zumeist sunnitische Gruppen unterstützt werden, die früher die al-Qaida-Terroristen unterstützt, sich aber später von diesen abgewandt hätten. Sie sollten - vor allem über die irakische Armee - Waffen, Munition, Geld und andere Ausrüstung erhalten. Bei ersten Verhandlungen hätten sie zugestimmt, auch US-Soldaten vor Sprengfallen zu warnen.

Starke Bedenken der Regierung

Vor allem die Schiiten wehren sich bislang dagegen, mit den sunnitischen Aufständischen zu verhandeln. Aus dem Büro des schiitischen Regierungschefs hieß es, Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe dem Kommandeur des US-Zentralkommandos für die arabische Welt und Zentralasien, Admiral William Fallon, bei einem Treffen am Sonntag erklärt, seine Regierung werde sich "niemals den Terroristen und Milizionären unterwerfen".

Auch unter den US-Offizieren gibt es laut "New York Times" starke Bedenken, dass die Sunniten-Gruppen die Waffen gegen Schiiten und später möglicherweise auch gegen US-Soldaten einsetzen könnten. Dennoch hätten sich angesichts der anhaltenden Sicherheitsprobleme die Befürworter eines derartigen Vorgehens durchgesetzt. (mit dpa)

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