Irak : Vier US-Bürger und ein Österreicher entführt

Im Irak sind erneut Mitarbeiter einer westlichen Firma entführt worden; über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Ein britischer Sicherheitsmann wurde auf dem Weg zum Tatort in einem Schusswechsel getötet.

Bagdad/Wien - Zwei Tage nach der Massenentführung aus dem Bildungsministerium in Bagdad sind im Irak vier US-Bürger und ein Österreicher verschleppt worden. Ein Vertreter der US-Behörden im Irak und eine Sprecherin des Außenministeriums in Wien bestätigten, dass die Männer am Vortag im Süden des Landes gekidnappt wurden. Ein britischer Sicherheitsmann wurde auf dem Weg zum Tatort in einem Schusswechsel mit irakischen Polizisten getötet.

Die Entführten seien Mitarbeiter des Unternehmens Crescent Security Group (CSG) gewesen, die einen Konvoi von 43 Lastwagen beschützen sollten, sagte der US-Verantwortliche. Der Konvoi sei in der Nähe der Ortschaft Safwan nahe der kuwaitischen Grenze an einer angeblichen Polizeisperre aufgehalten worden. Aufständische hätten insgesamt 14 Menschen, die fünf Männer sowie neun Fahrer, verschleppt. Die Region wird von schiitischen Milizen kontrolliert, die den US-geführten multinationalen Truppen im Irak feindlich gesonnen sind.

Ein Brite bei Schusswechsel getötet

Auch das Sicherheitsunternehmen CSG bestätigte in Kuwait-Stadt, dass die fünf Mitarbeiter vermisst würden. Die neun Fahrer seien hingegen wieder aufgetaucht. Ein CSG-Sprecher sagte, die Vermissten befänden sich "in der Region von Basra" 550 Kilometer südlich von Bagdad. Ob es sich bei den neun Fahrern um Iraker handelte, konnte er nicht sagen. Der US-Fernsehsender ABC News hatte berichtet, dass 14 Menschen im Südirak mit ihrem Konvoi in einen Hinterhalt geraten und verschleppt worden waren.

Sechs westliche Sicherheitsleute wurden auf dem Weg zum Entführungsort in Subair an der irakisch-kuwaitischen Grenze festgehalten. Sie hätten die Grenze ohne Visa passiert, sagte ein Polizist. Als es daraufhin zu einem Schusswechsel mit den irakischen Polizisten gekommen sei, seien ein Brite sowie zwei Polizisten und zwei unbeteiligte Frauen getötet worden. Ein weiterer Sicherheitsmann aus der Gruppe sei verletzt worden. Weder die britische Armee in der Region noch die US-Armee konnten den Vorfall an der Grenze bestätigen. (tso/AFP)

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