Irak : "Vollständig außerhalb des Gesetzes"

Die britische Organisation War on Want hat die Regierung von Tony Blair zu Maßnahmen gegen im Irak tätige private Sicherheitsfirmen und Söldner aufgefordert.

London - John Hilary, zuständig für Kampagnen bei der linksgerichteten Organisation, erklärte, die Regierung müsse gegen die Menschenrechtsverstöße der "vollständig außerhalb des Gesetzes" operierenden Söldnerarmeen vorgehen. Dazu gehöre auch das Schießen auf irakische Zivilisten. Außerdem müsse untersagt werden, dass sich Söldner an Kampfhandlungen der regulären Truppen beteiligen oder diese unterstützen.

In einem Konflikt wie dem im Irak habe die Unterscheidung zwischen Kampfbeteiligung oder Kampfunterstützung keinen Sinn, heißt es in einem von War on Want vorgelegten Bericht. Vor allem in Kampfsituationen gebe es häufig keinen "erkennbaren Unterschied" zwischen Soldaten und Söldnern.

Derzeit gibt es nach Angaben des US-Kongresses etwa 48.000 Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen im Irak, von denen viele für britische Unternehmen tätig sind. Insgesamt ist diese Zahl sechs Mal so hoch wie diejenige der im Zweistromland eingesetzten britischen Soldaten. Laut War on Want ist der Irak-Konflikt für die privaten britischen Sicherheitsfirmen ein einträgliches Geschäft. 2003, im Jahr der Invasion von britischen und US-Truppen im Irak, hätten die Verträge der Firmen einen Umfang von 320 Millionen Pfund (47,7 Millionen Euro) gehabt, ein Jahr später seien es bereits 1,8 Milliarden Pfund (2,68 Milliarden Euro) gewesen. (tso/AFP)

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