Irak : Weiterer US-Soldat wegen Mordes verurteilt

Weil er gemeinsam mit sieben Kameraden einen elffachen Vater im Irak ermordet haben soll, ist ein US-Soldat von einem Militärgericht zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.

Mit dem Urteil ging die Serie von Prozessen gegen acht Armeeangehörige wegen des Mordfalls zu Ende. Ein Militärgericht im kalifornischen Camp Pendleton verurteilte den 23-jährigen Unteroffizier Lawrence Hutchins. Er muss für 15 Jahre hinter Gitter. Hutchins wurde außerdem zum Gefreiten degradiert und wird nach Abbüßen der Haft unehrenhaft aus der Armee entlassen. Es war die letzte und härteste Strafe, die die US-Militärjustiz in dem Fall verhängt hat. Das Gericht sah Hutchins als Drahtzieher der Ermordung eines irakischen Zivilisten im April 2006.

Bereits am Vortag hatte eine Militärjury Hutchins des Mordes und der Verschwörung zum Mord schuldig befunden. Nach Auffassung des Militärgerichts hatte er im April 2006 seine sieben Kameraden dazu angestiftet, gemeinsam mit ihm den 52-jährigen Zivilisten Haschem Ibrahim Awad bei einer nächtlichen Razzia in Hamdania zu verschleppen und zu töten, nachdem es ihnen nicht gelungen war, einen mutmaßlichen Aufständischen zu ergreifen. Hutchins soll auch auf die Idee gekommen sein, die Tat anschließend zu vertuschen: Awads Tod wurde so dargestellt, als sei er beim Deponieren einer Bombe ertappt und erschossen worden.

Mittäter kommt frei

Hutchins Mittäter, der Marineinfanterie-Oberst Marshall Magincalda, hatte das Militärgefängnis am Freitag als freier Mann verlassen können. Das Gericht in Camp Pendleton verhängte gegen ihn eine Freiheitsstrafe von 448 Tagen wegen gemeinschaftlichen Mordes. Da der 24-Jährige bereits 450 Tage in Untersuchungshaft abgesessen habe, komme er sofort frei, teilte die Armee mit. Auch Magincalda wurde zum Gefreiten degradiert. Auf eine Entlassung aus der Armee verzichtete das Gericht.

Das Militärgericht hatte Magincalda bereits am Mittwoch wegen gemeinschaftlichen Mordes sowie Diebstahls und Einbruchs schuldig gesprochen. Der schwerer wiegende Vorwurf des vorsätzlichen Mordes, der Entführung sowie des Meineids wurde jedoch fallengelassen. Die Höchststrafe für Magincalda hätte bei lebenslänglich gelegen. Nach Verkündung des Strafmaßes sprang Magincalda auf und umarmte seinen Verteidiger.

In früheren Verfahren hatten fünf weitere Mittäter bereits Haftstrafen zwischen einem Jahr und acht Jahren erhalten. Ein weiterer entkam vor zwei Wochen einer Haftstrafe. Er wurde jedoch degradiert und unehrenhaft aus der Armee entlassen. (mit AFP)

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