Politik : Irakische Journalistin ermordet

In der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul ist die Leiche einer entführten irakischen Fernsehjournalistin gefunden worden. Sicherheitskräfte nahmen in den letzten Tagen rund 100 Verdächtige fest. (26.02.2005, 21:05 Uhr)

Bagdad - Die Leiche von Raeda al-Wazan, die für den US-finanzierten irakischen TV-Sender Al- Irakija in Mossul arbeitete, sei am Freitag in der Nähe der Stadt entdeckt worden, meldete der Sender am Samstag. Auf einer Straße zwischen Tikrit und Kirkuk erschossen Aufständische einen türkischen Fahrer, der Nachschub für die US-Armee transportierte. Irakische Sicherheitskräfte und US-Soldaten nahmen auf der Suche nach Aufständischen und Waffenlagern innerhalb von drei Tagen im Norden und Westen des Landes etwa 100 Verdächtige fest.

Die Journalistin sei am 20. Februar verschleppt worden, berichtete Al-Irakija unter Berufung auf Polizeiquellen. Sie sei von mehreren Kugeln getroffen worden. Weiterhin unklar ist das Schicksal der entführten Journalistinnen Giuliana Sgrena und Florence Aubenas. Die Italienerin Sgrena, die für die römische Linkszeitung «Il Manifesto» und die Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit» arbeitet, war am 4. Februar in Bagdad entführt worden. Die französische Journalistin Aubenas («Libération») und ihr irakischer Mitarbeiter sind seit dem 5. Januar verschwunden.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich auf einer Straße westlich von Bagdad in seinem Wagen zwischen zwei Panzern in die Luft. Zwei irakische Autofahrer wurden dabei nach Angaben von Augenzeugen durch herumfliegende Metallsplitter getötet, drei weitere wurden verletzt. Nach der versehentlichen Explosion einer selbst gebauten Bombe erlagen nach Polizeiangaben am Samstag zwei Iraker in einem Krankenhaus in Tikrit ihren schweren Verbrennungen. Die Männer hätten versucht, eine ganze Reihe von Sprengsätzen zu fabrizieren, die sie gegen die US-Armee und die irakische Polizei einsetzen wollten.

Bei mehreren Einsätzen auf der Suche nach Aufständischen seien allein am Freitag in Mossul 35 mutmaßliche Terroristen inhaftiert worden, gab die irakische Regierung am Samstag in Bagdad bekannt. Insgesamt hätten die irakischen Sicherheitskräfte binnen drei Tagen 75 Verdächtige festgenommen und zahlreiche Waffen gefunden. Die US- Armee habe bei Einsätzen in der Gegend um Falludscha im Westen von Bagdad insgesamt 25 Verdächtige gefasst, darunter einen sunnitischen Prediger, verlautete aus Polizeikreisen.

Drei irakische Zivilisten kamen am Samstag im Süden von Bagdad ums Leben, nachdem ihr Wagen von einem US-Konvoi beschossen worden war. Der Fahrer verlor nach Angaben der Polizei die Kontrolle über das Auto, das sich daraufhin überschlug. Der Fahrer hatte versucht, den Militärkonvoi zu überholen. Am Freitag waren bei einem Anschlag im Südosten von Bagdad nach Angaben der US-Armee drei irakische Zivilisten getötet worden. Der Angreifer floh. In der Provinz Al- Anbar westlich von Bagdad wurde am Freitag ein US-Marineinfanterist bei einem Einsatz getötet, wie das US-Militär am Samstag mitteilte. (tso) ()

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