Politik : Irakischer Terrorhelfer bei Landung in Frankfurt gestoppt

Frank Jansen

Berlin - Den Sicherheitsbehörden ist offenbar erneut ein Schlag gegen die irakische Terrorgruppe Ansar al Islam in Deutschland gelungen. Am Montag wurde auf dem Flughafen Frankfurt/Main der Iraker Burhan B. festgenommen. Der 36-Jährige soll im Auftrag des in Deutschland inhaftierten, mutmaßlichen Ansar- al-Islam-Mitglieds Ata R. 22 000 Euro für die militante Organisation in den Irak weitergeleitet haben. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe erließ am Dienstag auf Antrag von Generalbundesanwältin Monika Harms einen Haftbefehl gegen Burhan B. Dem Iraker wird die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Der Fall ist der erste für Harms als Generalbundesanwältin, sie hat ihr Amt am 1. Juni angetreten.

Der in der Schweiz lebende Iraker kam am Montag mit einem Flug aus Zürich nach Frankfurt und wollte in eine Maschine in Richtung der jordanischen Hauptstadt Amman umsteigen. Doch im Transitbereich des Flughafens warteten Beamte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg. Gegen Burhan B. ermitteln die Bundesanwaltschaft und das LKA Baden-Württemberg im Zusammenhang mit dem Fall Ata R. Der ebenfalls aus dem Irak stammende Mann soll mit zwei Landsleuten im Dezember 2004 ein Attentat auf den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi geplant haben. Allawi war zu einem Staatsbesuch nach Berlin gekommen. Der in Stuttgart lebende Ata R. und die zwei mutmaßlichen Komplizen aus Berlin und Augsburg wurde möglicherweise gerade noch rechtzeitig festgenommen.

Am Dienstag beginnt vor dem Oberlandesgericht Stuttgart der Prozess gegen die drei Männer – im Hochsicherheitstrakt in Stammheim. Hier fanden einst die spektakulären Hauptverhandlungen statt, in denen sich Mitglieder der Roten Armee Fraktion verantworten mussten. Ebenfalls am Dienstag startet am Oberlandesgericht München der Prozess gegen zwei weitere mutmaßliche Mitglieder von Ansar al Islam, die Iraker Ferhad Kanabi A. und Dieman A. I. Im Januar hatte das Münchner Gericht bereits den Ansar-al-Islam-Funktionär Lokman Mohammed zu sieben Jahren Haft verurteilt.

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