Politik : Iraks Al-Qaida-Vize gefasst

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Bagdad/Washington - Fast drei Monate nach dem Tod des Al-Qaida-Chefs im Irak, Abu Mussab al Sarkawi, hat die Regierung in Bagdad die Festnahme eines weiteren ranghohen Mitglieds der Terrororganisation verkündet. Der Vizechef von Al Qaida im Irak, Hamed Dschumaa al Saidi, sei vor einigen Tagen gefasst worden, sagte Sicherheitsberater Muaffak al Rubaie am Sonntag.

Bei Angriffen und Anschlägen starben am Wochenende im Irak mindestens 38 Menschen. Aufständische erschossen am Samstag in der Nähe der schiitischen Stadt Kerbela 14 Pilger aus Indien und Pakistan. Im südirakischen Amara erschossen Bewaffnete am Sonntag den Stellvertreter des Großayatollahs Ali Sistani. Im Osten Bagdads wurden nach Armeeangaben zwei US-Soldaten getötet, als beim Vorbeifahren ihrer Patrouille ein Sprengsatz explodierte. Seit dem US-geführten Einmarsch im März 2003 starben nach Pentagon-Angaben mehr als 2600 US-Soldaten im Irak.

US-Präsident George W. Bush bekräftigte trotz eines alarmierenden Pentagon-Berichts über die anhaltende Gewalt die Ansicht, es gebe keinen Bürgerkrieg im Irak. Es handele sich um eine sehr kleine Zahl von Irakern, die religiös motivierte Gewalttaten verübten, sagte Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache am Samstag. Die „überwältigende Mehrheit“ der Menschen wolle Frieden und ein normales Leben in einem geeinten Land. Nach einem Bericht des Pentagons stieg in den vergangenen drei Monaten die Zahl der getöteten Iraker im Vergleich zum letzten Quartalsbericht um 51 Prozent. Alle Bedingungen eines Bürgerkriegs seien gegeben, dieser könne aber noch verhindert werden.

Wegen Differenzen mit der US-Armee wurde die Schaffung eines neuen irakischen Generalstabs für die einheimischen Streitkräfte am Samstag im letzten Augenblick verschoben. AFP

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