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Iran : 39 Tote bei Anschlag auf Moschee im Iran

Beim blutigsten Attentat auf Schiiten im Iran seit Mitte der 90er Jahre sind im Südosten des Landes mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Bei dem Attentat in Tschabahar in der Unruheprovinz Sistan-Baluchistan seien am Mittwoch zudem mehr als 50 Menschen verletzt worden, teilte der Rote Halbmond mit. Zu dem Anschlag bekannte sich die sunnitische Rebellengruppe Dschundallah (Soldaten Gottes).

Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, sagte ein örtlicher Vertreter des Roten Halbmondes. Der Präfekt von Tschabahar, Ali Bateni, sagte, die Attentäter seien kurz vor dem Anschlag entdeckt worden. Einem Selbstmordattentäter gelang es demnach aber noch, seinen Sprengstoffgürtel zu zünden. Ein weiterer Attentäter sei von der Polizei erschossen worden. Ein dritter Verdächtiger wurden den Angaben zufolge von der Polizei festgenommen, als er das Land verlassen wollte. Die Regierungen mehrerer Länder, darunter die USA, Großbritannien und Frankreich, verurteilten die Tat.

Dschundallah teilte im Internet mit, der Anschlag räche die Hinrichtungen des früheren Anführers der Gruppe, Abdolmalek Righi, und anderer Rebellen. Righi war im Februar bei einer Aufsehen erregenden Flugzeugentführung gefasst worden. Iranische Agenten hatten den Flieger Righis auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Kirgistan in den Iran umgeleitet. Der Rebellenführer wurde darauf im Iran gehängt.

Tschabahar liegt in der Provinz Sistan-Baluchistan an der Grenze zu Pakistan und Afghanistan. Die Mehrheit der iranischen Bevölkerung gehört der schiitischen Konfession an. Die Tat ereignete sich während einer Prozession aus Anlass der Tassua-Zeremonie, die dem schiitischen Aschura-Fest vorausgeht. Mit dem Aschura-Fest erinnern die schiitischen Muslime an den Tod des Enkels des Propheten Mohammed, Imam Hussein. Er war im Jahr 680 von den Truppen des sunnitischen Kalifen Jasid in der Schlacht bei Kerbela getötet worden. Das Ereignis führte zum endgültigen Bruch zwischen Schiiten und Sunniten im Islam.

Der iranische Vize-Innenminister Ali Abdollahi erklärte, die Ausrüstung der Attentäter deute darauf hin, dass sie „von den Geheimdiensten der Region und den USA“ unterstützt worden seien. Die Vorwürfe richteten sich offenbar auch gegen Pakistan. Die Regierung in Teheran hatte dem Geheimdienst des Nachbarlandes bereits in der Vergangenheit vorgeworfen, mit der Unterstützung der Dschundallah-Rebellen den Iran destabilisieren zu wollen.

Mitte Juli waren bei einem Anschlag zweier Selbstmordattentäter auf eine schiitische Moschee im Südosten des Landes 28 Menschen ums Leben gekommen und 270 weitere verletzt worden. Auch zu dem damaligen Anschlag bekannte sich die sunnitische Rebellengruppe Dschundallah. Der Iran machte den Westen und Israel für den Doppelanschlag verantwortlich. (AFP)


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