Iran : Ahmadinedschad will im Atomstreit einlenken

Die iranische Führung scheint sich im Atomstreit den Positionen der internationalen Gemeinschaft anzunähern. So zumindest sind Äußerungen des iranischen Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einem TV-Interview zu verstehen.

Ahmadinedschad
Irans Präsident Ahmadinedschad lenkt im Atomstreit ein. -Foto: dpa

Nach massivem internationalem Druck will die iranische Führung im Atomstreit mit dem Westen offensichtlich einlenken. Das kündigte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Dienstagabend überraschend in einem Interview des staatlichen Fernsehens in Teheran an.

Ahmadinedschad sagte, der Iran sei bereit, einen Vertrag zum Uran-Austausch mit den Nuklearmächten abzuschließen. Niedrig angereichertes Uran könne dafür aus dem Iran auch ins Ausland gebracht werden, sagte er. Dagegen hatte sich Teheran bislang beharrlich gesperrt.

Der Westen hatte den Iran seit Monaten gedrängt, einem Vorschlag zur Urananreicherung in Frankreich und Russland anzunehmen. Demnach sollte niedrig angereichertes Uran (3,5 Prozent) aus dem islamischen Staat im Ausland auf 20 Prozent gebracht werden, um dann als Brennstoff für einen Forschungsreaktor in Teheran genutzt zu werden.
 
Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, heimlich am Bau der Atombombe zu arbeiten. Die Führung in Teheran hat das stets zurückgewiesen.

Bislang hatte die iranische Führung darauf bestanden, dass der Austausch von niedrig angereichertem gegen höher angereichertes Uran in drei Phasen und auf iranischem Boden erfolgen sollte. Das lehnten sowohl die Internationale Atomenergiebehörde IAEA als auch die Weltmächte ab und drohten mit neuerlichen Sanktionen. Zuletzt hatten auch die USA und die EU den Druck auf Teheran deutlich erhöht.

"Wir sind nicht dagegen, unser niedrig angereichertes Uran ins Ausland zu senden, weil wir eine konstruktive Zusammenarbeit wollen und weil wir jederzeit das niedrig angereicherte Uran wieder im Iran produzieren können“, sagte Ahmadinedschad. Für seine Abkehr vom bisherigen Standpunkt nannte er „technische Gründe“. (dpa)

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