Iran : Atombehörde sieht sich in ihrem Verdacht bestärkt

23.02.2012 00:00 UhrVon Jan Dirk Herbermann

IAEO-Bericht könnte neue Indizien für iranische Atomwaffenpläne liefern. Schon im November hatte die Organisation wenig Zweifel an dem Vorhaben der Machthaber in Teheran.

Der Iran verschärft im Atomkonflikt seinen konfrontativen Kurs – und schürt damit das Misstrauen gegenüber seinem umstrittenen Nuklearprogramm immer weiter. Nach der gescheiterten Mission der Internationalen Atomenergieagentur (IAEO) im Iran erwarteten Diplomaten klare Aussagen in dem anstehenden Iran-Bericht der Organisation: Der Report soll vor Beginn der Sitzung des IAEO-Gouverneursrates am 5. März erscheinen. Das Dokument könnte laut Unterhändlern „neue Indizien“ enthalten, die einen dringenden Verdacht erhärten: Die Iraner streben eine illegale atomare Bewaffnung an. Der Bericht der Atomwächter würde somit den Argwohn der USA, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens gegenüber dem Iran untermauern.

Teheran hingegen betont, man verfolge rein zivile Zwecke. Der Report könnte aber auch Israel in seinen Angriffsplänen bestärken.

Nach dem Scheitern der jüngsten IAEO-Mission im Iran brachte Generaldirektor Yukiya Amano seine Frustration auf den Punkt: Die Befürchtungen über eine „mögliche militärische Dimension“ des iranischen Atomprogramms seien nicht ausgeräumt, sagte der Japaner. „Wir sind in einer konstruktiven Haltung herangegangen, aber es wurde keine Einigung erzielt.“ Amanos Kontrolleure wollten sich mit Teheran auf einen Fahrplan zur Klärung der unbeantworteten Fragen einigen. Besonders „enttäuscht“ zeigte sich der IAEO-Chef, dass Teheran den Inspektoren den Zugang zu dem Militärkomplex in Parchin verweigerte. Die Iraner hatten schon im Januar einem IAEO-Team die Inspektion von Parchin nicht gestattet.

Nach Erkenntnissen der IAEO errichteten die Iraner in Parchin eine Kammer, um hochexplosiven Sprengstoff von bis zu 70 Kilogramm Gewicht zu testen. Die Explosionen stünden „möglicherweise im Zusammenhang mit nuklearen Materialien“, heißt es im letzten Bericht vom November. Darin schildern die Nuklearwächter detailliert die Aktivitäten, die laut westlichen Diplomaten keinen ernsthaften Zweifel über Irans Anliegen lassen. Die IAEO selbst stellt fest: „Die Informationen legen nahe, dass der Iran Aktivitäten unternommen hat, die für die Entwicklung eines nuklearen Sprengkörpers relevant sind.“

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