Politik : „Iran braucht noch Jahre für Atombombe“

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London/Washington - Der Iran braucht für die Zündung einer ersten Atombombe „mindestens“ noch zwei bis drei Jahre. Das schätzt das International Institute for Strategic Studies in London ein. Der Prozess könne auch durch die Sanktionen der internationalen Gemeinschaft nicht mehr verhindert werden, so der Proliferationsspezialist des Instituts, Mark Fitzpatrick. „Sanktionen können aber durch ihre politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf das Regime in Teheran den weiteren Ausbau des Atomprogramms verhindern.“

Der renommierte Militär-Think-Tank legte am Mittwoch seinen Bericht zur strategischen Weltlage „Military Balance 2007“ vor. Laut Institutsdirektor John Chipman dürfte der Iran bis Frühjahr die 3000 für den Anreicherungsprozess notwendigen Zentrifugen bereitgestellt haben. 500 stammen aus dem Atomschmuggel-Netzwerk von A. Q. Khan, dem Vater der afghanischen Bombe. Den Rest produzierte der Iran mit Hilfe geschmuggelter Materialien und den Blaupausen des pakistanischen Atomprogramms. „Die Zentrifugen zu haben und sie in einer Kaskade über einen langen Zeitraum zu operieren sind aber zweierlei Dinge, sagte Shipman.

Nach der IISS-Analyse dürften die USA zunächst abwarten, ob die Sanktionen und der politische Druck auf das Regime in Teheran Wirkung zeigen. Dafür sieht das Institut Anzeichen. US-Präsident George W. Bush hatte Anfang Januar die Verlegung eines weiteren US-Flugzeugträgers in die Golfregion befohlen. Zudem kündigte er die Entsendung von Patriot-Abwehrraketen in die Region an, um Alliierte der USA gegen mögliche iranische Angriffe besser schützen zu können. Gerüchte, wonach Washington einen Angriff auf den Iran plane, wurden damals von US-Präsident George W. Bush zurückgewiesen. mth/AFP

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