Politik : Iran: Bushs Warnung vor „drittem Weltkrieg“ ist Propaganda

Aussage des US-Präsidenten als Teil eines „psychologischen Kriegs“ verurteilt / Putin rechtfertigt Dialog mit Teheran

Teheran - Der Iran hat die Warnung von US-Präsident George W. Bush vor der Gefahr eines „dritten Weltkriegs“ mit Blick auf das iranische Atomprogramm als Propaganda zurückgewiesen. „Die Äußerungen des US-Präsidenten, die beteuern, dass Iran den Bau einer Atomwaffe anstrebt, sind Teil eines psychologischen Kriegs“, sagte der stellvertretende Chef von Irans Nationalem Sicherheitsrat, Abdolresa Rahmani Fasli, am Donnerstag laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Solche Äußerungen zeigten „die Wut der USA auf den Erfolg des Iran auf der internationalen Bühne“. Am Dienstag hatte Wladimir Putin den Iran besucht und dem Land im Streit um sein Atomprogramm den Rücken gestärkt.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Berichte zurückgewiesen, wonach der Kremlchef in Teheran einen Vorschlag zur Lösung des Atomstreits im Gepäck gehabt haben soll. Er widersprach damit dem iranischen Chefunterhändler im Atomstreit, Ali Laridschani. „Putin hat nichts dergleichen gesagt, eine Botschaft war lediglich die der Freundschaft und Zusammenarbeit.“

Putin hat seine Gespräche in Teheran als wichtigen Beitrag zur friedlichen Lösung des Atomkonflikts bezeichnet. „Der direkte Dialog führt schneller zum Erfolg als eine Politik der Drohungen und Sanktionen“, sagte er am Donnerstag im russischen Staatsfernsehens. Der Iran sei im Energiesektor ein „sehr wichtiger Partner“ Russlands. In der alljährlichen Fragestunde, bei der Bürger per Telefon, über das Internet und bei Liveschaltungen aus den Regionen Fragen stellen, übte Putin erneut deutliche Kritik an der Militärpolitik der USA im Irak. „Schießen können sie, aber keine Ordnung schaffen“, sagte er. Er forderte von Washington ein konkretes Datum für einen Truppenabzug. Neben diversen sozialen Versprechen kündigte Putin an, dass die russischen Streitkräfte bis 2015 mit modernsten Kampfjets, Atom-U-Booten, neuen Atomwaffen und Interkontinentalraketen ausgestattet würden: „Das sind grandiose und zugleich auch realisierbare Pläne.“

Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat im Falle eines nuklear bewaffneten Iran vor einer atomaren Kettenreaktion in der Region gewarnt. Sollte Teheran sein Atomprogramm vollenden, würden seine Nachbarn dies auch wollen, sagte Fischer auf einer Konferenz in Prag. AFP/dpa

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