Iran : El Baradei will Atomstreit schlichten

In der Zusammenarbeit mit Iran sei jetzt eine "neue Phase" angebrochen. Der Streit mit den USA soll bis März beigelegt sein, hofft der Chef der Atomenergiebehörde.

TeheranDer Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohammed El Baradei, hat in Teheran Gespräche über den Nuklearstreit mit Iran geführt. Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholamresa Aghasadeh, sprach nach einem Treffen mit El Baradei von einer "neuen Phase" in der Zusammenarbeit mit der IAEA. Dabei solle der Weg bereitet werden, um alle noch offenen Fragen umfassend zu klären, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA Aghasadeh weiter. Auch der IAEA-Chef äußerte sich laut IRNA positiv über das Treffen und erklärte, er hoffe auf eine Beilegung des Streits bis zum März.

Die Nachrichtenagentur ISNA berichtete, El Baradei werde während seines zweitägigen Besuchs auch mit dem obersten geistlichen Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, zusammentreffen. Geplant ist auch ein Treffen mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Iran betreibt weiter Urananreicherung

Iran hat bislang ungeachtet von Sanktionen der UN an seiner umstrittenen Urananreicherung festgehalten. Bemühungen des Westens, neue Sanktionen gegen das Land zu erwirken, haben nach Veröffentlichung des jüngten US-Geheimdienstberichts an Schubkraft verloren. Dennoch hatte US-Präsident George W. Bush Iran am Mittwoch während seines Israel-Besuchs erneut als Bedrohung für den Weltfrieden bezeichnet, wenn die Weltgemeinschaft das Land nicht daran hindere, Atommacht zu werden. Zwar gehe der US-Geheimdienstreport davon aus, dass die Iraner ihr Programm zur Entwicklung von Atomwaffen gestoppt hätten, es sei jedoch leicht, die zivile Atomforschung für militärische Zwecke zu nutzen, sagte Bush.

Aghasadehs Stellvertreter, Mohammed Saidi, sagte IRNA zuvor, ein Ende des politischen Konflikts um das iranische Atomprogramm und eine Rückgabe des Falles vom UN-Sicherheitsrat an die IAEA sei möglich. Beobachter in Teheran spekulierten, dass Iran wieder unangekündigte Inspektionen durch die UN-Behörde zulassen könnte, falls keine weitere UN-Resolution gegen den islamischen Staat verhängt werde und der Fall an die IAEA zurückgehe. (mpr/dpa)

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