Politik : Iran: Fifa sieht Verantwortung bei Regierung

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Berlin - Der Fußball-Weltverband Fifa und das deutsche WM-Organisationskomitee wollen sich aus dem Konflikt um einen möglichen WM-Besuch des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad heraushalten. Die Bundesregierung wird nach Worten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) über ihre Reaktion erst diskutieren, „wenn ein Besuch tatsächlich beabsichtigt ist“. Im politischen Berlin ging die Debatte über die Möglichkeit eines Einreiseverbots für den offen antisemitischen Präsidenten des Iran unterdessen weiter.

„Wir sind ein Weltverband des Fußballs und laut Statuten politisch und konfessionell neutral“, sagte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler am Montag in Berlin. Der Iran habe sich für das Turnier qualifiziert und sei zur WM eingeladen. „Der Bereich der ausländischen Gäste ist eine Sache des Staatsprotokolls und fällt in die Verantwortung der Bundesregierung. Es ist nicht die Sache der Fifa“, so Siegler. DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte zur Haltung des Deutschen Fußball-Bundes: „Wir sind zwar keine Politiker, aber wir sind auch nicht unpolitisch. Es darf uns nicht egal sein, wenn ein Staatspräsident den Holocaust leugnet.“

Der Vorsitzende des Bundestags-Außenausschusses, Ruprecht Polenz, sagte, ein Einreiseverbot sei nicht möglich. „Wenn Ahmadinedschad kommen will, kann er kommen. Das sehen die internationalen Regeln so vor“, sagte der CDU-Politiker im WDR. Als WM-Gastgeber habe Deutschland bestimmte Verpflichtungen übernommen. Der emeritierte Frankfurter Völkerrechtsprofessor Michael Bothe dagegen hält ein Einreiseverbot für möglich: „Es gibt keine Pflicht, jemanden reinzulassen. Das gilt auch für ausländische Staatspräsidenten“, sagte Bothe am Montag. dpa

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